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EHEC: Was Sie über den Erreger und die Symptome wissen müssen

Die wichtigsten Fakten rund um EHEC
Das müssen Sie über EHEC und die Krankheits-Symptome wissen. © dpa, HZI

Die wichtigsten Fakten im Überblick

EHEC bezeichnet einen Darm-Erreger, der normalerweise bei Tieren vorkommt. Er ist eine Sonderform der Kolibakterien, die im Darm Nährstoffe spalten und für die Abwehr von Krankheitserregern sorgen. Das Enterohämorrhagische Escherichia Coli-Bakterium (EHEC) setzt jedoch beim Menschen gefährliche Giftstoffe frei, die lebensbedrohliche Krankheiten auslösen können.

Wie gelangt der EHEC-Erreger in den menschlichen Körper?

EHEC befindet sich vorwiegend im Kot von Nutztieren. Daher ist direkter Kontakt mit den Tieren ein möglicher Übertragungsweg. Aber auch verunreinigte Lebensmittel, die Kot-Partikel enthalten, können Ursache sein. Wird gedüngtes Obst und Gemüse ungewaschen gegessen, kann das die Krankheit auslösen. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist über 'Schmierinfektionen' möglich.

Können Antibiotika gegen den Erreger helfen?

Eine Therapie mit Antibiotika ist problematisch und nicht passend, weil die Bakterien für den menschlichen Körper gefährliche Gifte ausschütten. Wenn die Bakterien durch das Antibiotikum zerstört werden, dann werden damit auch vermehrt Gifte aus den Bakterien freigesetzt. Die Toxin-Ausschüttung im Körper wird angestoßen. Das würde bedeuten, dass sich der Körper sozusagen verstärkt selbst vergiftet, was die Symptome natürlich verschlimmern und die Gesundheitslage des Patienten verschlechtern würde. Die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen wie Blutarmut und Nierenschäden würde steigen.

Medizinern zur Folge muss man bei einer Infektion mit EHEC den Ärzten und vor allem den Selbstheilungskräften des eigenen Körpers vertrauen. Auch andere Tabletten können die EHEC-Erreger nicht abtöten.

Möglich und ratsam ist jedoch eine Behandlung der Symptome bei betroffenen Patienten. Bei massiven Durchfällen, wie sie nach einer Infektion dieses Keims typisch sind, ist der Ausgleich des Salz- und Flüssigkeitsverlustes die wichtigste therapeutische Maßnahme. Schwere Krankheitsverläufe sind im Krankenhaus zu behandeln, weil Patienten möglicherweise eine Reinigung des Blutes benötigen, vereinfacht auch Blutwäsche genannt.

Wie kann man das Risiko einer Ansteckung verhindern?

Ausgiebiges Waschen und Reinigen von Gemüse, Salaten und Fleischprodukten ist wichtig - genauso wie ein längeres Aufkochen oder Garen, um die Bakterien abzutöten (mindestens zehn Minuten bei mindestens 70 Grad). Zudem sollten die Lebensmittel nur bei Kühlschranktemperatur aufgehoben werden. Absterben tun die Bakterien im Kühlschrank oder Eisfach aber nicht.

Gibt es einen Schutz gegen EHEC?

Eine medizinische Prophylaxe gegen die Bakterien gibt es nicht. Es existieren weder eine Schutzimpfung noch bestimmte Tabletten, die einen Menschen gegen eine Ansteckung immun machen. Hygiene und Vorsicht ist deswegen die wirksamste Maßname zum Schutz vor den EHEC-Keimen.

Wie kann man eine Infektion erkennen?

Die typischen Symptome sind wässriger oder blutiger Durchfall. Außerdem können Bauchschmerzen und Übelkeit auftreten, in seltenen Fällen auch Fieber. Natürlich können hinter den Symptomen auch andere Ursachen stecken, dies sollte aber in jedem Fall durch einen zügigen Besuch beim Arzt abgeklärt werden. Betroffene sollten also schnell einen Mediziner aufsuchen. Gerade besonders gefährdete Personengruppen wie Säuglinge, Kleinkinder oder ältere Menschen sollten vorsichtig sein, denn sie haben häufig ein anfälligeres Immunsystem. Auch wenn die Krankheit überstanden ist, können Gesundheitsschäden wie etwa Nierenleiden zurückbleiben.

Was bedeutet HU-Syndrom?

Bei schweren Verläufen der Krankheit, man spricht vom sogenannten HUS (Hämolytisch-urämisches Syndrom), sind Blutarmut, Gefäß- und Nierenschäden möglich. Bei den meisten dieser Patienten hilft dann nur eine Blutwäsche.

Neben dem Giftstoff Shigatoxin kann auch die Bildung von Autoantikörpern für schwere Schädigungen verantwortlich sein. Die Autoantikörper verursachten einen Anstieg eines Gerinnungsfaktors, wodurch die Durchblutung wichtiger Gehirnregionen und der Nebennieren eingeschränkt sei. Sie werden nur von einigen EHEC-Patienten gebildet.

Wie kann eine medizinische Behandlung bei einer Erkrankung aussehen?

Ärzte prüfen bei Betroffenen natürlich die Intensität der Erkrankung und richten danach ihre Maßnahmen aus. Weil Durchfall zu den Symptomen gehört, ist eventuell ein Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts beispielsweise durch Infusionen nötig. Schwere Krankheitsverläufe sind im Krankenhaus zu behandeln, weil Patienten möglicherweise eine Reinigung des Blutes benötigen, vereinfacht auch Blutwäsche genannt.

Ist EHEC ein neuer Keim?

Nein. EHEC-Keime (Enterohämorrhagische Escherichia coli) treten in Deutschland immer wieder auf. Das Robert Koch Institut hat seit Einführung der Meldepflicht 2001 bundesweit jährlich 800 bis 1.200 Erkrankungen registriert, die aber oft einen leichteren Verlauf nahmen.

Gibt es noch andere Erreger für Magen-Darm-Infektionen?

Ja, die gibt es. Magen-Darm-Infektionen gehören weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Neben dem EHEC-Erreger können diese auch durch andere Keime hervorgerufen werden. So kursiert das Norovirus das ganze Jahr über und hat in den Wintermonaten den Höhepunkt seiner Verbreitung. Das Norovirus, das sich auch in Form von Schmerzen und Mattigkeit äußert, wird vor allem von Menschen übertragen. Auch der Rotavirus führt zu einer Darminfektion.

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