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EHEC-Symptome: So finden Sie heraus ob Sie infiziert sind

EHEC-Symptome: Wie Mediziner feststellen, ob man erkrankt ist
Mikrobiologen nutzen den ELISA-Test um EHEC-Erreger aufzuspüren © dpa, Christian Charisius

Mikrobiologen testen Proben auf Antikörper

Die Arbeit der Mikrobiologen ist bei der Diagnose einer EHEC-Erkrankung besonders wichtig. Diese Forscher stellen letztendlich fest, ob ein Mensch mit den gefährlichen EHEC-Bakterien infiziert ist. Denn nicht immer sind Bauchschmerzen, Übelkeit und heftigen Durchfall eindeutige EHEC-Symptome. Für Durchfall-Erkrankungen gibt es schließlich auch eine Reihe anderer Auslöser.

Für die Mediziner ist es dennoch wichtig herauszufinden, ob sich Patienten mit dem gefährlichen EHEC-Keim infiziert haben. Zum einen, um sie medizinisch intensiver beobachten und betreuen zu können, zum anderen, um das Risiko einer Ansteckung von Mensch zu Mensch zu verringern. Denn wer nicht weiß, dass er die Bakterien in sich trägt, verhält sich vielleicht allzu sorglos und erhöht somit die Ansteckungsgefahr für andere. So aber würde sich der Keim weiter ausbreiten - und das will man auf jeden Fall verhindern.

Um festzustellen, ob ein Mensch mit dem EHEC-Erreger infiziert ist, ist eine Stuhlprobe der betreffenden Person nötig. Die Keime, die zu den E.coli-Bakterien gehören, halten sich nämlich im menschlichen Darm auf und sind entsprechend auch in den Ausscheidungen auffindbar.

Farbreaktion verrät das Bakterium bei ELISA-Test

Um eine Probe auf den Erreger zu testen, werden die Proben der möglicherweise Erkrankten in einem ersten Schritt zunächst mehrere Stunden lang bei 37 Grad Celsius durchgeschüttelt. So vermehrt sich der Erreger und lässt sich in den Laboren besser nachweisen.

Dann wird in der Probe nach Antikörpern zu den EHEC-Bakterien gesucht. Sind entsprechende Antikörper vorhanden, dann befinden sich auch EHEC-Keime in der Probe. Für den Antikörper-Test geben die Mikrobiologen einen kleinen Teil der durchgeschüttelten und erwärmten Lösung mit Resten der Stuhlprobe in ein Reagenzglas.

Beim so genannten ELISA-Test verrät dann eine Farbreaktion das Bakterium. Je gelber die Flüssigkeit, desto stärker reagiert der Giftstoff im Stuhl. Tut sich nichts und die Flüssigkeit bleibt transparent, ist der Durchfall-Erreger nicht vorhanden und der Patient nicht an EHEC erkrankt.

ELISA ist ein inzwischen verbreitetes Verfahren, um einzelne Proteine nachweisen zu können. Dabei nutzt man die Mechanismen des Immunsystems: Wird eine Substanz vom menschlichen Immunsystem als fremd erkannt, bildet es 'Antikörper', die an das fremde Molekül andocken und es so markieren.

Diese so genannte Antikörper-Antigen-Reaktion wird für den ELISA-Test genutzt. Soll ein bestimmtes Protein nachgewiesen werden, müssen die dazu passenden Antikörper bekannt sein und zuvor mit verschiedenen gentechnischen oder zellbiologischen Verfahren hergestellt worden sein. Ist dann in einer Probe das gesuchte Protein vorhanden, fischen es die auf ein Trägermedium aufgebrachten Antikörper heraus. Dabei wird eine von Enzymen gesteuerte Reaktion ausgelöst, die zu einem sichtbaren Farbniederschlag führt.

Endgültige Gewissheit gibt ein zweiter Test namens PCR, bei dem die DNA-Stränge des Bakteriums nachgewiesen werden.

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