GESUNDHEIT GESUNDHEIT

EHEC: Sprossen waren Auslöser der tödlichen Infektion

Sprossen waren die Auslöser der EHEC-Epidemie
EHEC: Auslöser der Epidemie 2011 waren Sprossen. Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengestellt © dpa, Julian Stratenschulte

Die wichtigsten Fakten zu Sprossen im Überblick

Der Auslöser für die schweren EHEC-Erkrankungen in Deutschland 2011 waren Sprossen. Das sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts in Berlin. Es seien zwar keine EHEC-Erreger auf Sprossen gefunden worden, doch sie seien definitiv die Ursache für die Erkrankungen. Bundesweit sind viele Menschen nach einer Infektion mit dem aggressiven Darmkeim gestorben.

Doch was sind Sprossen eigentlich?

Als Sprossen oder Keimsprossen wird eine Gemüsevariante bezeichnet, das sich in den Entwicklungsstufen vom Keimling bis zur Jungpflanze befindet und meist in besonderen Gefäßen nur mit Wasser und Sonnenlicht angezüchtet wird. Nicht heran gezüchtete Gemüsesprossen sind etwa Bambussprossen und Palmherzen.

Welche Sorten gibt es?

Es gibt eine ganze Vielzahl unterschiedlicher Sprossen. Bekannt sind vor allem Kresse-Varianten und Mungobohnen- bzw. Sojabohnensprossen. Ebenfalls für die Sprossenzucht und den Verzehr geeignet sind unter anderem die Samen von: Alfalfa, Adzukibohne, Buchweizen, Erbse, Gerste, Hafer, Hirse, Kichererbse, Kürbis, Leinsamen, Linsen, Rettich, Roggenkorn, Senf und Sesam.

Was ist mit selbst angebauten Sprossen?

Auch bei selbst gezogenen rohen Sprossen und Keimlingen sollten Verbraucher vorsichtig sein und. Denn auch selbstgezüchtete Sprossen und Keimlinge können eine EHEC-Erkrankung auslösen.

Sind Sprossen nicht eigentlich sehr gesund?

Grundsätzlich sind Sprossen ein gesundes Nahrungsmittel und deswegen vor allem bei Salat-Fans und Vegetariern beliebt. Sprossen sind neben Algen mit die beste Quelle für Mineralien und Spurenelemente. Sie sind reich an Kalzium und Magnesium und enthalten zudem Eisen, Fluor, Kalium, Kupfer, Mangan, Natrium und Zink. Die meisten Sorten werden roh verzehrt. Allerdings kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Keimbelastungen in Sprossen. Die Keime befinden sich im Kern und lassen sich deshalb nicht abwaschen. Daher geht von Sprossen auch eine nicht zu unterschätzende Infektionsgefahr aus.

Wie werden Sprossen aufgezogen?

Im Normalfall lässt man Sprossen in dafür geeigneten Keimbehältern aufwachsen. Dazu werden die Samen auf einen feucht-nassen Untergrund gelegt, auf dem die Samen dann langsam aufquellen und der Keim heranwächst.

Wieso geht von Sprossen eine Infektionsgefahr aus?

Sprossensamen benötigen für die Keimung warme und feuchte Bedingungen. Darüber freuen sich aber auch jede Menge Bakterien und Schimmelpilze. Aufzuchtbehälter für Sprossen werden deshalb schnell auch zu idealen Brutplätzen für Mikroorganismen.

Sprossen waren auch in der Vergangenheit wiederholt Grund für lebensmittelbedingte Infektionen, weshalb Gesundheitsbehörden vor rohem Verzehr warnen. Vor allem bestimmte Risikogruppen - dazu gehören Kinder, Senioren, Schwangere und geschwächte Menschen - sollten Keimlinge nicht roh essen. Denn Sprossen können Träger von Krankmachern wie Salmonellen, Noroviren oder eben auch EHEC sein.

Anzeige