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EHEC-Erreger ist ein gefährliches Bakterium: So schützen Sie sich

EHEC Bakterien in Fleisch und Milchprodukten lösen schweren Durchfall aus.
Gefährlicher Durchfall und im Ernstfall sogar Nierenversagen können die Folge einer EHEC-Ansteckung sein. © picture-alliance/ dpa, Patrick Pleul

EHEC-Experten: Wenn möglich, Lebensmittel erhitzen

Der EHEC-Erreger ist ein gefährliches Bakterium, das nicht nur bei Kleinkindern und älteren oder kranken Menschen tödlich werden kann. Die Ansteckung mit den Keimen ist sowohl durch Nahrungsmittel als auch durch Übertragung von Mensch zu Mensch als Schmierinfektion möglich.

Untypischerweise sind vor allem Frauen zwischen 20 und 50 Jahren von der Infektion betroffen.

Mediziner raten: Wenn möglich, sollten Sie Lebensmittel vor dem Verzehr ausreichend erhitzen - mindestens 10 Minuten lang und über 70 Grad.

Schüsseln, Schneidbretter und Messer, die mit den Lebensmitteln in Kontakt gekommen sind, sollten jedes Mal gründlich gereinigt werden. Und nicht vergessen: Vor und nach der Zubereitung sowie vor dem Essen gründlich die Hände waschen. Denn einer 2010 veröffentlichten Auswertung im Fachjournal 'Lancet' zufolge trägt häufig schlechte Händehygiene die Schuld am Ausbruch von EHEC-Infektionen. Achten Sie auch darauf, dass sich die Kinder nach dem Toilettengang wirklich die Hände - und zwar mit Seife! - waschen.

EHEC ist als Erreger kein Unbekannter. Schon vor Jahren wurden auch Übertragungen von dem Durchfall-Erreger durch Rinderhackfleisch, Salami, Mettwurst, Rohmilch, nicht pasteurisiertem Apfelsaft, Salat, Sprossen, sowie Bade- und Trinkwasser nachgewiesen. Sogar im Streichelzoo droht eine Ansteckung, denn der Kontakt mit einem infizierten Tier reicht für eine Übertragung von EHEC.

Blutiger Durchfall? Dann sollten Sie sofort zum Arzt!

EHEC-Keime kann man nicht so einfach erkennen, infiziertes Fleisch riecht nicht, sieht nicht anders aus und schmeckt auch nicht anders. Ganz wichtig daher: Alle Lebensmittel vor dem Zubereiten unter fließendem, heißen Wasser säubern und mit Papiertüchern abtrocknen.

Kochen und Braten tötet EHEC-Bakterien ab. Mindestens 70 Grad für 10 Minuten sind notwendig um die Keime unschädlich zu machen. Besonders Garen in der Mikrowelle ist deswegen problematisch, weil die Temperaturen im gegarten Lebensmittel nicht überall gleich hoch sind. Also besser darauf verzichten.

Fleisch, Geflügel und Fisch sollten derzeit auch trotz Vorliebe für einen rosa Kern durchgegart werden. Besonders Gehacktes ist mit Vorsicht zu genießen, da beim beim Zerkleinern des Fleisches die Keime von der Oberfläche tief ins Innere gelangen können. Auch im Restaurant auf das geliebte Medium-Steak besser verzichten.

Kleinkindern unter 20 Monaten sollten Sie kein rohes Fleisch zum Essen geben. Achtung! Auch Salami ist gefährlich.

Nach dem Einkaufen alle rohen und verderblichen Lebensmittel sofort kühl lagern. Frische, rohe Lebensmittel sollten nie länger als 2 Stunden außerhalb des Kühlschranks liegen. Gehacktes sollte immer am selben Tag verarbeitet werden.

Beim Auftauen von Fleisch oder Geflügel besonders umsichtig sein und das Auftauwasser sorgfältig entfernen, denn dort tummeln sich Keime wie EHEC-Erreger oder Salmonellen. Gefriergut immer aus der Plastikfolie herausnehmen und in einem Keramik- oder Glasgefäß abgedeckt im Kühlschrank auftauen. Hände, Gerätschaft und Arbeitsflächen nach dem Kontakt mit rohem Fleisch oder Fisch gründlich mit heißem Wasser und Reinigungsmittel waschen.

Die Inkubationszeit - also die Zeit zwischen Ansteckung und dem Auftreten von blutigem Durchfall - liegt zwischen zwei und zehn Tagen. Wenn Sie blutigen Durchfall feststellen, sollten Sie sofort zu Ihrem Hausarzt gehen. Eine Antibiotika-Behandlung ist fatal, weil sie die Giftstoffe in den Bakterien massiv freisetzt.

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