LIEBE LIEBE

Ehe annulieren: Diese Gründe gelten vor dem Kirchenrecht

Ehe annulieren: Diese Gründe gelten vor dem Kirchenrecht
© picture-alliance/ dpa, XAMAX

Unter gewissen Umständen kann man eine Ehe annulieren lassen

Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht trennen. Seit dem 1. Januar 2009 kann man sich auch nur vor Gott in den Stand der Ehe befördern lassen. Doch die Kirche lässt sich durch diese Gesetzesänderung nicht von ihren Bestimmungen aus dem Jahr 1957 abbringen und fordert vor der kirchlichen Trauung nach wie vor ein standesamtliches Eheversprechen.

Und wenn es dann nicht klappt, hat man als Katholik nur noch die Chance auf eine Annulierung. Anders kommt man nämlich nicht mehr voneinander los. Die katholische Kirche kennt die Ehe nur auf Lebenszeit.

Gründe für eine Annulierung

Die katholische Kirche schaut nicht auf die Gegenwart, so wie es der Scheidungsrichter tut. Für eine Annulierung zählt der Zeitpunkt der Trauung. Im Kirchenrecht gibt es insgesamt zwölf Gründe für eine Annulierung der Ehe.

Ein Grund für eine Annulierung ist zum Beispiel, dass niemals die Absicht bestand, eine wirkliche Ehe einzugehen. Ebenfalls zählt Impotenz als Grund, im Gegensatz zur Zeugungsunfähigkeit. Kaum zu glauben, aber die Kirche sieht die Ehe unter anderem als Institution zur Befriedigung des Sexualtriebs.

Irrtum, Bedingung und Täuschung, zum Beispiel wenn ein Partner gar keine Kinder will ist ein Grund, den die Kirche als ausreichend empfindet, um eine Ehe als ungültig zu erklären.

Der häufigste Grund für eine Annulierung ist die psychische Unreife. Das ist zum Beispiel dann ein Grund, wenn ein Ehepartner laufend fremd geht und nicht damit aufhört.

In einem "Ehenichtigkeitsverfahren" wird untersucht, ob die Ehe überhaupt gültig zustande gekommen ist. Anlaufstelle ist erst einmal der zuständige Ortspfarrer, der ein Beratungsgespräch führt, die Klageschrift erstellt und den Fall dann an das Kirchengericht verweist.

Anzeige