Ed Houben: Europas erfolgreichster Samenspender

Er zeugte in 12 Jahren 100 Kinder!

Ed Houben ist der wohl erfolgreichste Samenspender Europas. Das Besondere: Der 45-Jährige nimmt die Befruchtung selbst vor. Seit zwölf Jahren bietet der Niederländer seine sexuellen Dienste kinderlosen Pärchen und alleinstehenden Frauen an, egal ob hetero- oder homosexuell.

Ed schläft mit Frauen, die einen unerfüllten Kinderwunsch haben. Er will ihnen helfen. Den Vorwurf, dass es für ihn kostenlose Sexabenteuer sind, kann er nicht verstehen. Er sagt: "Wenn ich leichten Sex möchte, würde ich am Samstagabend in meiner Heimatstadt ausgehen".

Geld bekommt Ed für seine Hilfe nicht. Innerhalb der Niederlande ist er vor Unterhaltszahlungen geschützt, zeugt er allerdings ein Kind mit einer Ausländerin, zum Beispiel mit einer Deutschen, trägt er als Samenspender ein Risiko und kann sich nicht vorher absichern, erklärt Florian Linten, Anwalt für Familienrecht. "Der Anspruchsinhaber auf Feststellung der Vaterschaft und auf Unterhalt ist das Kind." Bislang hat noch keiner von Eds Sprösslingen auf Unterhalt geklagt. Aber noch ist auch keins der Kinder volljährig. In ein paar Jahren könnte es also für Europas erfolgreichsten Samenspender doch noch teuer werden.

Samenspender Ed Houber im Interview

Viele Frauen, mit denen Sie schlafen, haben Partner. Sind die Männer nicht eifersüchtig?

Ed Houben: Viele Paare haben bereits mehrere Jahre erfolglos Kinderwunschkliniken besucht. Die Eifersuchtsphase haben sie dann hinter sich und sind sich ihrer Liebe sicher. Die Männer unterstützen dann ihre Frauen und sind für sie da.

Wie viele Versuche brauchen Sie, bis die Frau schwanger wird?

Ed Houben: Bei einer von fünf Frauen klappt es tatsächlich überhaupt nicht. Es kann auch vorkommen, dass man es öfter versuchen muss. Bei der Bechermethode klappt es im Durchschnitt nach acht bis zwölf Zyklen, bei der natürlichen Methode nach zwei bis drei Versuchen. Aber es gab auch Fälle, bei denen wir es 15-mal versucht haben.

Wie schützen Sie sich vor AIDS oder Geschlechtskrankheiten?

Ed Houben: Eine hundertprozentige Sicherheit, wie bei der Samenbank, kann ich nicht garantieren. Aber ich lasse mich jedes halbe Jahr auf Geschlechtskrankheiten testen. Das verlange ich auch von den Frauen.

Haben Sie selbst Kinder?

Ed Houben: Nein, ich bin im Moment auch in keiner Beziehung mehr.

Wie ist Ihre damalige Partnerin mit dem Samenspenden zurecht gekommen?

Ed Houben: Sie hat mich als Samenspender kennengelernt und wusste sofort, was ich tue. Daher war das kein Problem.

Wie würden Sie damit umgehen, wenn Sie sich in eine der Frauen verlieben würden?

Ed Houben: Die Möglichkeit besteht natürlich immer. Am Anfang habe ich das abgewehrt. Aber mittlerweile bin ich dafür offen.

Was hat Ihr Interesse am Samenspenden geweckt?

Ed Houben: Ich kannte als Jugendlicher ein Paar, das zehn Jahre lang keine Kinder haben konnte. Und es hat mich damals erstaunt, dass so gute Leute keine Kinder bekommen können. Es hat einen Gedankenprozess in Gang gesetzt, der zehn Jahre gedauert hat, bis ich mich entschieden habe, Samenspender zu werden.

Wissen Sie, wo Ihre Kinder leben?

Ed Houben: Das hundertste Kind ist gerade in Vietnam geboren. Ich habe aber auch Kinder in Australien, Kanada, Israel.

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