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Ebola-Verdacht: Diesen Notfallplan befolgen Ärzte, wenn Sie Ebola-Symptome haben

Acht Fakten zu Ebola
Acht Fakten zu Ebola Das sollten Sie über das Ebola-Virus wissen 00:00:53
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Damit müssen fiebrige Patienten beim Arzt jetzt rechnen

Wer derzeit einen Arzt mit Fieber über 38,5 Grad oder auch nur leicht erhöhter Temperatur mit Ebola-typischen Begleitsymptomen aufsucht, erfüllt die erste Voraussetzung eines Ebola-Verdachtsfalls. Der Arzt wird jetzt darauf achten, einen Mindestabstand von einem Meter zu Ihnen einzuhalten. Das sieht ein Maßnahmenplan vor, den das Robert-Koch-Institut (RKI) jetzt als ‚Hilfestellung für den Arzt‘ veröffentlicht hat.

Ebola: 'Begründeter Verdachtsfall'
Auszug aus dem Notfall-Plan bei Ebola-Verdacht. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt den Ärzten, wie sie am besten vorgehen sollen.

Ebola-typische Begleitsymptome sind Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Blutungen. Allerdings gilt auch: Es gibt viele wesentlich harmlosere Krankheiten als Ebola, die diese Symptome hervorrufen.

Weitere Untersuchungen finden erst statt, nachdem sich der Arzt mit Schutzausrüstung versehen hat. Dazu gehören Handschuhe, Schutzbrille, Feinstaub-Maske (FFP3) und Einmal-Schutzkittel.

Ab hier gilt Schutzanzug-Pflicht

Zuvor kommt aber eine Befragung, die Kontakte und Aufenthaltsorte in den vergangenen drei Wochen ermitteln soll. Der Arzt wird Sie jetzt fragen, ob es in den vergangenen 21 Tagen Kontakt zu Ebola-Kranken oder –Verdachtsfällen gab oder ob der Patient in den Ebola-Gebieten in Afrika war. Als Kontakt gilt auch, wenn man neben, vor, hinter einem Menschen im Flugzeug aus Afrika gesessen hat, der krank war. Wird das bejaht, gilt man als ‚begründeter Verdachtsfall‘. Falls diese Frage verneint werden kann, fragt der Arzt ab, ob der Patient beruflichen Kontakt zu Ebola-Kranken gehabt haben könnte und ob man Kontakt zu Flughunden, Fledermäusen und Affen in einem Ebola-Land hatte.

Gibt es ein ‚Nein‘ auf alle drei Fragen, spart sich der Arzt die Schutzausrüstung und sein möglicherweise ernster Blick dürfte sich deutlich entspannen. Bei einem ‚Ja‘ treten die Maßnahmen für einen ‚Begründeten Verdachtsfall‘ in Kraft.

Ab diesem Moment gilt Schutzanzug-Pflicht. Folgen Sie unbedingt den Anweisungen des Arztes, der Sie nach Möglichkeit in einen separaten Raum bringen wird. Der Arzt wird Ihnen das weitere Vorgehen erläutern. Falls Sie sich sehr elend fühlen sollten - was bei jedem Fieber geschehen kann – wird Sie der Arzt im Schutzanzug untersuchen. Anschließend informiert der Arzt das zuständige Gesundheitsamt und das ‚Kompetenz- und Behandlungszentrum‘, das für das weitere Vorgehen zuständig ist. In NRW ist das zum Beispiel das Universitätsklinikum Düsseldorf.

Sie müssen aber auch an diesem Punkt keine Angst haben, mit Ebola infiziert zu sein. Das streng hygienische Vorgehen dient nur dem Ziel, die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Da ist es besser, tausend Mal übervorsichtig zu sein, als einmal zu lax.

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