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E-Mail-Hilfe für Jugendliche in Krisen: Ich kann nicht mehr

Wie weiter?
Für suizidgefährdete Jugendliche ist das Online-Beratungsprogramm U25 der Caritas eine niedrigschwellige Anlaufstelle. Foto: Caroline Seidel © DPA

"Ich werde in der Schule geärgert", "Ich werde zu Hause geschlagen", "Ich kann nicht mehr". Marens Posteingang ist voll mit Nachrichten wie diesen. Wer der 18-Jährigen schreibt, hat aufgegeben, sieht keinen Sinn mehr im Leben oder schlimmstenfalls nur noch: den Tod.

Maren gehört zu den 27 ehrenamtlichen Helfern, die in Gelsenkirchen bei einer E-Mail-Hilfe für suizidgefährdete Jugendliche mitmachen. Es ist nicht mehr nur die klassische Telefon-Seelsorge, die niedrigschwellig Beratung bietet: Im Internet entstehen immer mehr Formen der "Sprechstunde".

Zum Beispiel bietet die Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke).

Bei der Online-Beratung der bke kümmern sich 86 ausgebildete Psychologen und Pädagogen um die Sorgen und Nöte der Jugendlichen. Mehr als 3000 junge Nutzer haben sich allein 2014 auf der Homepage der Jugendberatung registriert. Vor 13 Jahren wurde das Beratungsangebot von den Jugendministern aller Bundesländer ins Leben gerufen. "Wir versuchen, die Negativ-Spirale zu stoppen und den Betroffenen das Signal mitzugeben: Wir unterstützen dich, in deinem Leben etwas zu verändern."

Auch Fredi Lang vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BdP) sieht die psychologische Betreuung durch Gleichaltrige skeptisch. "Gerade bei schwerwiegenden Problemen können Laienberatungen keine intensive psychologische Beratung ersetzen", sagt sie. "Andererseits sind solche Angebote gute Eintrittspforten, um den Bedarf einer internetaffinen Zielgruppe aufzugreifen und Schwellenängste abzubauen."


dpa
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