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E-Joint: Dürfen Kinder zum elektronischen Joint greifen?

E-Joint: Dürfen Kinder zum elektronischen Joint greifen?
Dürfen auch Kinder den E-Joint kaufen?

Eine E-Shisha in Form eines Joints

Elektrische Zigaretten und Shishas boomen momentan – vermehrt bei Jugendlichen und Kindern. Nun haben Unternehmer aus den Niederlanden etwas Neues in Sachen E-Rauchen auf den Markt gebracht: Einen E-Joint. Cannabis ist zwar nicht drin, lediglich der Name klingt verboten. Wie die ‚Bild‘-Zeitung berichtet, warnen Experten dennoch vor E-Joints, E-Zigaretten und Co.

Eine Altersgrenze gibt es für die E-Joints nicht – ebenso wenig wie für die anderen elektronischen Genussmittel. Das liegt daran, dass darin keinerlei Nikotin enthalten ist, sondern lediglich eine aromatisierte Flüssigkeit, die beim Verdampfen einen süßen Geschmack frei gibt. E-Joints sind batteriebetrieben und im Gebrauch identisch zu E-Shishas. Die wiederum funktionieren mit demselben Prinzip wie die E-Zigarette. E-Joints allerdings sind in Form eines Joints gebaut. Das macht sie für Jugendliche besonders verlockend.

Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) sieht die elektronischen Wasserpfeifen und Zigaretten als nicht ungefährlich an und fordert nun, dass sie mit einer Altersbegrenzung versehen werden. „Wir müssen verhindern, dass derartige Produkte den Einstieg in eine Raucherkarriere fordern“, sagte Schmidt in einem Gespräch mit der ‚Rheinischen Post‘. „E-Zigaretten und E-Shishas haben in Kinder- und Jugendhänden nichts zu suchen.“

Auch Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) warnt vor den E-Shishas und E-Joints. Ihre Bedenken liegen besonders in den süßlichen Aromen, die Kinder und Jugendliche genießen. Der süße Geschmack könnte zur Verharmlosung beitragen, so dass die Nutzer bereits im jungen Alter ihre Hemmungen vor tatsächlichen nikotin- und tabakhaltigen Produkten verlieren.

Starke psychische und körperliche Risiken

Neben den psychischen Risiken gibt es auch körperliche Bedenken, was das Dampfen von elektronischen Joints und Wasserpfeifen angeht. „Häufig ist Propylenglykol enthalten, das beim Einatmen zu allergischen Reaktionen und Atemwegsreizungen führen kann“, erklärt Dr. Elisabeth Pott. Bis es keine klare Analyse der Inhaltsstoffe der Dämpfe gibt, die gesundheitliche Risiken ausschließt, rät die BZgA vom Konsum von E-Shishas und E-Joints ab, so Pott.

Ob diese Warnungen etwas bringen, ist fraglich. Noch sind die Verdampfer für Kinder und Jugendliche verfügbar und der Markt wächst immer weiter an. Laut einer Studie der University of California in San Diego kamen in den letzten zwei Jahren pro Monat im Schnitt über zehn neue Marken und 242 neue Geschmacksrichtungen hinzu.

Bis also klar ist, wie gefährlich die elektronischen Genussmittel wirklich sind, sollten Kinder und Jugendliche vom Konsum ferngehalten werden – egal wie „cool“ so ein E-Joint wirkt.

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