Duffy im Interview über Mode, Schönheit und die Liebe

Duffy im Interview: Musik, Mode, Styling
Nach drei Brit Awards, einem Grammy und zahlreichen Gold- und Platin-Platten, gönnte sich die Duffy eine Auszeit.

Duffy hätte ihre Musik-Karriere fast aufgegeben

Frauenzimmer.de: Duffy ist nicht dein Vorname, sondern dein Nachname - ist es nicht komisch, dass dich jeder mit deinem Nachnamen anspricht?

Duffy: Nein, in vielerlei Hinsicht ist das für mich beruhigend. Schon als Kind wurde ich Duffy genannt und deshalb fühlt es sich sehr vertraut an, wenn andere Menschen mich so nennen. Außerdem habe ich sehr hart daran gearbeitet, meinen Namen zu etablieren. Das ist alles, was ich habe - alles andere bedeutet mir nichts, aber mein Name ist mir wichtig.

FZ: Fast hätte es dein zweites Album nicht gegeben - du hättest beinahe deine Musikkarriere aufgegeben. Was hat dir die Kraft gegeben, doch weiterzumachen?

Duffy: Für mich gibt es eigentlich keinen Unterschied zwischen meiner Karriere und meinem Leben - es ist im Prinzip dasselbe. Ich würde sagen, mein Leben hing in der Schwebe. Wer bin ich? Was werde ich machen? Wie werde ich sein? Was wird mein nächster Schritt sein? Es war so als würde ich Schach spielen - kurz pausieren - und denken: Ok, dieser nächste Schachzug ist wichtig für mich. Die Entscheidungen, die ich treffe, sind wichtig für mich. So war es. Ich habe mir keine Gedanken über Karriere gemacht - ich weiß eigentlich gar nicht, was das ist. Ein Anwalt hat eine Karriere. Ich habe Gesang studiert, bin Sängerin - das ist mein Leben!

FZ: … das erinnert mich an "Hard for the Heart", einen deiner neuen Songs. Dort singst du "Das Leben ist ein Spiel"…

Duffy: Ja genau, das ist das Motto einer guten Freundin: "Das Leben ist ein Spiel - wir spielen alle nur eine Rolle“. Ich mochte einfach die Idee!

Duffy über Mode, die 60s und ihr Styling-Vorbild

FZ: Für unsere Userinnen ist Mode und Styling ein großes Thema. Welcher Mode-Trend gefällt dir, welchen findest du schrecklich?

Duffy: Jogging-Anzüge aus den 80ern sind furchtbar! Seitdem finde ich keinen Mode-Trend schlimm. Grundsätzlich finde ich Mode toll, sie ist kreativ, es stehen viele großartige Menschen hinter fantastischen Ideen. Mode sollte eigentlich dafür geschätzt werden, einfach nur schön zu sein!

FZ: Musikalisch und modetechnisch magst du die 60s - wie kommt das?

Duffy: Das weiß ich eigentlich nicht! Ich denke, es ist mein Gesicht - ich habe ein Gesicht der 60er Jahre, mit meinen hohen Wangenknochen. Jemand sagte mir mal, ich hätte 60er Jahre Zähne… mhh. Aber meine Kleidung ist nicht wirklich 60s, vielleicht meine Haare, ich tupiere sie gerne ein bisschen.

FZ: Hast du ein Styling-Vorbild?

Duffy: Da fällt mir Marilyn Monroe ein. Sie war wirklich elegant und reizend! Wie meine Mutter - sie war ein wenig wie Marilyn Monroe. Sie hatte rötliche, lockige Haare, braune Haut, blaue Augen. Sie duftete immer gut und legte gerne Lippenstift auf. Ich habe zu dieser großartigen Frau immer aufgeschaut… Ich brauche immer noch diese Weiblichkeit, die Anmut. Meine Mutter war eine so starke Frau: Kochen, Putzen, Arbeiten, Kinder großziehen - sie hatte Zwillinge - und dabei noch gut auszusehen, jeden Abend Sport treiben... Sie war ein Energiebündel - und das ist sie heute immer noch.

FZ: Du bist eine schöne Frau, die Bilder deines Album-Booklets sind sehr sexy...

Duffy: Findest du? Ein Reporter sagte, dass ich aussähe wie Angelina Jolie. Ich finde, das ist ziemlich weit von der Realität entfernt! Aber man sieht sich selbst ja sowieso immer anders als andere.

FZ: Hast du damit zu kämpfen, auf dein Aussehen reduziert zu werden?

Duffy: Ich glaube, das gilt grundsätzlich für jeden. Das Aussehen spielt natürlich eine Rolle - es ist nun mal das erste, was du siehst. Und wir benutzen unser Aussehen zur Kommunikation. Es ist also unvermeidbar. Aber ich wollte nie eine Schönheitskönigin oder etwas Ähnliches sein. Das bin nicht ich.

FZ: Duffy, vielen Dank für das Interview!

Das neue Album von Duffy: Tanzbar und verträumt

Duffy im Interview: Musik, Mode, Styling
Auf ihrem zweiten Album "Endlessly" zeigt die 26-Jährige Duffy neue aufregende Facetten, bleibt sich selbst dabei aber treu.

FZ: "Endlessly" ist ein Lovesong, der verträumt wirkt. Trifft das auch auf dich zu?

Duffy: Ich denke alle Songs, die ich schreibe, beruhen - leider - auf Erfahrungen. Ich kann solche Songs nicht ohne Vorgeschichte, Wissen oder eigene Erfahrungen schreiben. Davon abgesehen ist mir bewusst, dass sich die Gesellschaft verändert. Es gibt immer mehr Statistiken über Scheidungen und Partnerschaften. Wir gehen irgendwie wieder zurück in die 70er, wo Heiraten gängig war. Ich denke, eigentlich sehnen wir uns auch danach, egal was passiert, egal was wer sagt oder was die Zeit bringt. Wir werden immer nach Liebe und einem Gefährten suchen - so wie Schwäne. Und darum geht es auch in "Endlessly".

FZ: Bist du ein romantischer Typ? Wenn ja, wie macht sich das bemerkbar?

Duffy: Das muss ich wohl sein. "Romantisch" ist für mich aber kein Adjektiv – es ist vielmehr ein Verb, etwas, was ich tue. Sensibel bin ich, ja. Altmodisch? Ja. Schnell verletzt? Leider auch.

FZ: Die erste Single deines zweiten Albums heißt "Well, Well, Well". Der Song ist energiegeladen und tanzbar. Tanzt du selbst auch gerne?

Duffy: Mein Freund liebt es, zu tanzen. Er tanzt bei jeder Gelegenheit, er gibt sich supercool! Aber in diesem Song ging es mir vor allem um die Musiker, die daran mitgearbeitet haben - The Roots. Ein Mädchen aus Wales, gemischt mit amerikanischem Hip Hop - der Song soll dich einfach nur zum Tanzen bringen! Ich wollte etwas Frisches, Überraschendes machen, ohne Eile. Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis, ich liebe es, den Song zu singen und ihn zu hören.

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