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Düsseldorfer Tabelle 2018: Unterhalts-Hammer - viele Trennungskinder bekommen weniger

Ab 2018 weniger Unterhalt für alleinerziehende Mütter
Ab 2018 weniger Unterhalt für alleinerziehende Mütter So funktioniert die Düsseldorfer Tabelle 00:02:14
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Paradox: Sätze steigen, trotzdem bekommen einige weniger

Die Düsseldorfer Tabelle sieht für 2018 mehr Geld für Trennungskinder vor, die den Mindestunterhalt erhalten. Damit müssen Unterhaltspflichtige mehr Geld an ihre getrennt von ihnen lebenden Kinder zahlen, wenn diese noch minderjährig sind. Allerdings sparen durch die Neuregelung einige ein paar Euro...

Viele Unterhaltspflichtige müssen weniger für ihre Kinder zahlen

Der Mindestunterhalt beträgt ab dem 1. Januar 2018 für Kinder der ersten Altersstufe (0 bis 5 Jahre) 348 Euro statt bisher 342 Euro. Für Kinder der zweiten Altersstufe (6 bis 11) sind es dann 399 statt bisher 393 Euro und für Kinder der dritten Altersstufe (12 bis 17) 467 statt bisher 460 Euro. Eine komplette Übersicht bietet die Tabelle.

Nettoeinkommen   in Euro

0 - 5 JAHRE
2018 (2017)
6 - 11 JAHRE
2018 (2017)
12 - 17 JAHRE
2018 (2017)
ab 18 JAHRE
2018 (2017)
bis 1500 348 (342) Euro 399 (393) Euro 467 (460) Euro 527 (527) Euro
1501 bis 1900 348 (360) Euro 399 (413) Euro 467 (483) Euro 527 (554) Euro
1901 bis 2300 366 (377) Euro 419 (433) Euro 491 (506) Euro 554 (580) Euro
2301 bis 2700 383 (394) Euro 439 (452) Euro 514 (529) Euro 580 (607) Euro
2701 bis 3100 401 (411) Euro 459 (472) Euro 538 (552) Euro 607 (633) Euro
3101 bis 3500 418 (438) Euro 479 (504) Euro 561 (589) Euro 633 (675) Euro
3501 bis 3900 446 (466) Euro 511 (535) Euro 598 (626) Euro 675 (717) Euro
3901 bis 4300 474 (493) Euro 543 (566) Euro 636 (663) Euro 717 (759) Euro
4301 bis 4700 502 (520) Euro 575 (598) Euro 673 (700) Euro 759 (802) Euro
4701 bis 5100 529 (546) Euro 607 (629) Euro 710 (736) Euro 802 (844) Euro
5100 bis 5500 (neu) 557 Euro 639 Euro 748 Euro 844 Euro

Ab 5501 Euro Nettoeinkommen im Monat wird der Unterhalt nach den Umständen des Einzelfalles ermittelt. Diese Grenze liegt bis Ende 2017 bei 5101 Euro.

Die gesetzliche Erhöhung des Mindestunterhalts zieht eine Anpassung der Bedarfssätze der übrigen Einkommensgruppen nach sich. Die Bedarfssätze der Tabelle werden in der 2. bis 5. Einkommensgruppe um jeweils fünf Prozent und in der 6. bis 10. Gruppe um jeweils acht Prozent des Mindestunterhalts angehoben.

Erstmals seit zehn Jahren werden auch die Einkommensgruppen angehoben. Die Tabelle beginnt daher ab dem 1. Januar 2018 mit einem bereinigten Nettoeinkommen bis 1.900 statt bisher bis 1.500 Euro und endet bei 5.500 statt bisher bei 5.100 Euro.

So landen viele Besserverdiener mit der neuen Tabelle in einer niedrigeren Einkommensklasse. "Dieser Effekt lässt sich nicht vermeiden", sagte Heinrich Schürmann, Sprecher des Deutschen Familiengerichtstages. Das Oberlandesgericht wollte sich zu den realen Auswirkungen nicht äußern.

"Das ist in jedem Fall eine deutliche Verschlechterung für diejenigen, die auf den Unterhalt angewiesen sind", sagte Erika Biehn, Bundesvorsitzende des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter.

Der ausbildungsbedingte Mehrbedarf erhöht sich von 90 auf 100 Euro.

Die Sätze für volljährige Trennungskinder bleiben 2018 unverändert, wobei auch bei ihnen die geänderten Einkommensklassen greifen.

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Auf den Bedarf des Kindes ist das Kindergeld anzurechnen

Das Kindergeld kann auf den Bedarf angerechnet werden. Dieses beträgt ab dem 1. Januar 2018 für ein erstes und zweites Kind 194 Euro, für ein drittes Kind 200 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind 225 Euro. Das Kindergeld ist bei minderjährigen Kindern in der Regel zur Hälfte und bei volljährigen Kindern in vollem Umfang anzurechnen.

Die Düsseldorfer Tabelle existiert seit 1962 und dient bundesweit als Richtlinie zur Bemessung des angemessenen Kindesunterhalts. Die nächste Änderung erfolgt voraussichtlich zum 1.1.2019.

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