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Dreimonatsspritze erhöht offenbar HIV-Risiko

Dreimonatsspritze erhöht HIV-Risiko
Das HIV-Infektionsrisiko soll für Frauen, die mit dem Hormonpräparat DMPA verhüten, deutlich erhöht sein. © dpa, Oliver Berg

Ansteckungsgefahr steigt um fast das Doppelte

Hormonelle Verhütungsmittel sind die erste Wahl vieler Frauen. Neben der klassischen Pille gibt es auch noch sogenannte Depotpräparate, wie zum Beispiel die Dreimonatsspritze. Doch die Vermutung, dass diese die Ansteckungsgefahr mit dem HI-Virus erhöhen, ist vielen Anwenderinnen gar nicht bewusst. Diese Ergebnisse einer Studie der University of Washington waren Thema auf der Welt-Aids Konferenz in Washington.

Zum Hintergrund: Im Rahmen der Studie wurde im südlichen Raum Afrikas die Verhütung von 4.000 Paaren mit je einem HIV-positiven und einem HIV-negativen Partner untersucht. Das Ergebnis zeigt, dass die Ansteckungsgefahr von Frauen, die mit dem Depotpräparat DMPA verhüten, fast um das Doppelte ansteigt. Hauptursache dafür ist den Forschern zufolge vermutlich ein durch die enthaltenden Gestagene verändertes Vaginalgewebe, das wiederum die Ansteckungsgefahr begünstigt.

Keine offizielle Warnung vor Dreimonatsspritze

Auf der Welt-Aids-Konferenz gab es zahlreiche Diskussionen zur Aussagekraft der Studie. Schließlich ist das HI-Virus gerade im südlichen Afrika besonders verbreitet, weshalb die Ansteckungsgefahr im Vergleich zum europäischen Raum sowieso schon höher ist. Außerdem sei man immer auf die Selbstauskunft der Teilnehmer angewiesen, die eben auch falsche Angaben erhalten können, wie der auf der Konferenz anwesende Wissenschaftsjournalist Martin Winkelheide im Gespräch mit dem Deutschlandfunk betonte. Des Weiteren hätten die teilnehmenden Frauen ihre Verhütungsmethoden häufig gewechselt, wodurch die Ergebnisse ebenfalls verfälscht sein könnten.

Bei der Welt-Aids-Konferenz seien die Wissenschaftler zum Schluss gekommen, dass man keine offizielle Warnung vor Depotpräparten als Verhütungsmittel aussprechen, die Studienergebnisse aber auch nicht außer Acht lassen könne. In Anbetracht dessen seien weitere Untersuchungen notwendig.

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