Drei Jobs gleichzeitig: Der tragische Tod einer überarbeiteten Mutter

Drei Jobs gleichzeitig: Der tragische Tod einer überarbeiteten Mutter
Maria Fernandes mit ihrer Tochter und ihrem Lebenspartner © picture alliance / AP Photo, Uncredited

Sie starb in einer Schichtpause

Um ihre Familie zu ernähren, schuftete sie 90 Stunden pro Woche – und genau das kostete ihr das Leben: Maria Fernandes aus dem US-Bundesstaat New Jersey hatte drei Jobs in unterschiedlichen Filialen der Fastfood-Kette 'Dunkin' Donuts'. Um Zeit zwischen ihren Schichten zu sparen, schlief die 32-Jährige regelmäßig in ihrem Auto. In einer ihrer Schichtpausen kippte ein Benzinkanister im Inneren des Wagens um. Die schlafende Maria starb an den giftigen Dämpfen, die dabei austraten.

Der tragische Tod von Maria Fernandes sorgt momentan weltweit für Empörung, wie 'The Guardian' berichtet. Menschen machen das Unternehmen 'Dunkin' Donuts' verantwortlich. Der Vorwurf lautet: Hätte Maria von einem ihrer drei Jobs bei der Donut-Kette leben können, hätte sie keine weiteren Jobs annehmen müssen. Dann hätte sie keine 90 Stunden pro Woche arbeiten und ihrem Auto schlafen müssen.

Marias Tod ist für viele ein Zeichen der Qual, unter der viele Teilzeitbeschäftigte in den USA leiden: Sie kämpfen dafür, überhaupt einen Job zu bekommen, und arbeiten sich dann für einen Hungerlohn bis zur körperlichen und geistigen Erschöpfung. Über 3,4 Millionen Amerikaner sollen im August 2014 mindestens zwei Tätigkeiten nachgegangen sein.

Trotz Hungerlohn war Maria großzügig

Von ihren Chefs wurde Maria Fernandes als vorbildliche Angestellte bezeichnet. Vier Jahre lang habe Maria für die Donut-Firma gearbeitet. Dennoch gab keiner von ihnen Maria den Vollzeit-Job, den sie so dringend gebraucht hätte. Freunde von Maria sagten aus, sie habe als Teilzeit-Mitarbeiterin umgerechnet weniger als 6,50 Euro pro Stunde verdient.

Trotz ihres Hungerlohns, mit dem sie auch ihre kleine Tochter versorgte, war die 32-Jährige ein großzügiger Mensch. Angeblich gab sie kurz vor ihrem Tod einem Obdachlosen Geld für einen Kaffee.

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