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Dramatische Frühgeburt mitten auf dem Ozean: Frühchen Haiden ist ein wahrer Kämpfer

Frühchen Haiden hat einen unglaublichen Lebenswillen
Haidens Schwester Chloe fragt fast täglich nach ihrem Bruder. © (c) Emily Morgan

Baby Haiden hatte eine Überlebenschance von 10 Prozent

Gerade einmal 680 Gramm wiegt der kleine Haiden, als er auf die Welt kommt. Ärzte geben dem Frühchen nur eine winzige Überlebenschance. Nicht nur, dass er viel zu früh geboren wird. Seine Mutter befindet sich auch noch auf einer Karibik-Kreuzfahrt und der nächste Hafen ist weit entfernt. Doch sie haben nicht mit Haidens unglaublichem Lebenswillen gerechnet.

Emily Morgan ist im fünften Monat schwanger, als sie sich entschließt, gemeinsam mit ihrem Mann und der dreijährigen Tochter Chloe eine Kreuzfahrt durch die Karibik zu unternehmen. Aus ärztlicher Sicht kein Problem. Der errechnete Geburtstermin ist Ende Dezember, bislang verlief die Schwangerschaft völlig unkompliziert.

Doch am 31. August setzen mitten auf hoher See bei Emily Morgan die Wehen ein. "Ich wusste, jetzt kommt das Baby", erzählte die Frau aus Utah. An Bord des Kreuzfahrtschiffes befand sich ein Arzt - und die Geburt glückte. Ihr Sohn sei in Handtücher eingewickelt worden und habe eine winzige Sauerstoffmaske bekommen, sagt Morgan. "Er hat geschrien, ganz schwach."

Da das Frühchen gerade einmal 680 Gramm Geburtsgewicht hatte, macht sich niemand allzu große Hoffnungen, dass Haiden überleben würde. Doch sie hatten alle nicht mit dem Kampfgeist von Mutter und Sohn gerechnet. Gemeinsam mit dem Personal des Kreuzfahrtschiffs baute Morgan aus warmen Kochsalzpaketen einen behelfsmäßigen Inkubator, der das Baby warm halten und seine empfindliche Haut schützen sollte. Eine Damenbinde diente dazu, seinen Kopf vor dem Auskühlen zu bewahren.

Nach der Ankunft in Puerto Rico brachten zwei Rettungswagen die Familie ins Krankenhaus. Zu diesem Zeitpunkt drohte nach Auskunft der Ärzte, der Kreislauf des Neugeborenen zu versagen. Doch im Krankenhaus stabilisierte sich sein Zustand. Wenige Tage später konnten Haiden und seine Mutter bereits nach Miami verlegt werden. Ihr Sohn mache gute Fortschritte, sagt Morgan. Er bekomme über einen Schlauch Muttermilch in den Magen gepumpt, alle 90 Minuten zwei Esslöffel.

"Ehrlich gesagt bin ich überrascht, dass das Baby überlebt hat", gibt Bradley Yoder, Direktor der Neugeborenen-Intensivstation an der Universität von Utah zu. Bei einem Baby, das so viel zu früh auf die Welt käme, noch dazu weit entfernt von einem Krankenhaus, betrage die Überlebenschance weniger als zehn Prozent.

Haidens 'große' Schwester Chloe (3) und ihre Eltern hoffen nun, dass Baby Haiden vielleicht schon Ende Oktober in ein Krankenhaus im US-Bundesstaat Utah umziehen kann, wo die Familie herkommt, damit sie ihr kleines Wunderbaby ganz nah bei sich haben können.

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