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Doulas: Unterstützung für Schwangere bei der Geburt

Die Geburtshilfe einer Doula erleichtert vielen Frauen die Schwangerschaft.
Eine Doula unterstützt eine schwangere Frau von der ersten Wehe bis zum Wochenbett. © picture-alliance/ ZB, Jörg Lange

Doulas stehen Schwangeren emotional zur Seite

Wer kennt sie nicht: Die Szene einer im Kreißsaal gebärenden Frau, die in den Wehen liegt, presst, schreit, flucht und die Hand ihres leichenblassen Partners quetscht! Für dieses Wunder des Lebens gibt es Unterstützung. Und zwar von sogenannten ‚Doulas‘. Eine Doula (altgriechisch: Dienerin) ist eine Frau, die selbst Kinder geboren hat und schwangeren Frauen emotional zur Seite steht - vor, während und nach der Geburt.

Der Dienst einer Doula ist eine Form der Geburtsbegleitung und findet unter der Leitung des ‚Doulas in Deutschland e.V. ‘ statt. Hier können Schwangere auch Ansprechpartnerinnen in ihrer Nähe suchen. Nach einem Kennenlerntermin mit einer Doula gibt es noch drei weitere Treffen, bei denen ein Vertrauensverhältnis zwischen Doula und der Schwangeren aufgebaut werden soll.

Die Idee des Doula-Dienstes stammt aus den USA und entstand dort aufgrund eines Hebammenmangels. Doulas ersetzen zwar medizinisch keine Hebamme, übernehmen aber die Rolle einer Vertrauensperson. Werdende Mütter sollen von der Erfahrung einer Doula profitieren, ihnen ihre Ängste mitteilen und diese mit ihrem Zuspruch und mithilfe bestimmter Entspannungstechniken abbauen können. Unter der Geburt soll die entstandene Bindung „nachweislich einen positiven Effekt auf das Schmerzempfinden haben und den Einsatz von Medikamenten und sogar Kaiserschnitten reduzieren“ (Doulas in Deutschland e.V.). Für die Doulas selbst ist die Geburtsbegleitung ein Dienst des Herzens. Sie wollen Geborgenheit geben und eine Umgebung schaffen, in der sich die Gebärende wohl fühlt. Sie wollen vermitteln, dass die Geburt ein Schlüsselerlebnis ist und dieses als solches auch bewusst machen. Die Wehen werden als Kraftquelle definiert, die die Bindung zum Kind stärkt.

Früher half die Oma bei der Geburt - heute die Doula

Was früher die Rolle der weisen, lebenserfahrenen Großmutter, Tante, Mutter, Freundin war, übernimmt heute die Doula. Sie bewahrt im Geburtsmoment die Ruhe, kooperiert mit der Hebamme, kümmert sich um den werdenden Vater. Doch vor allem schenkt sie ihre volle Aufmerksamkeit der Gebärenden. Im Gegensatz zu einer Hebamme, die mitunter alle Hände voll zu tun hat und zwischendurch „mal eben“ im Kreißsaal nebenan gebraucht wird. Die Doula ist einfach da und macht Mut. Auch nach der Geburt, wenn es mit dem Stillen nicht klappen will, wenn die Hormone verrücktspielen.

Kostenfrei ist der Doula-Dienst nur für diejenigen, die sich die Betreuung nicht leisten können. Dann trägt der Verein die Kosten. Für alle anderen stellt eine Doula für die gesamte Betreuungszeit einen Betrag in Höhe von 400 bis 600 Euro in Rechnung. Enthalten sind darin 2-3 Vortreffen, eine 14-tägige Rufbereitschaft vor und nach dem Geburtstermin und die Einsatzbereitschaft ab der ersten Wehe bis zum Ende der Geburt.

Auch eine entsprechende Ausbildung zur Doula bietet der Verein an. Sie dauert (passenderweise) etwa neun Monate und kostet 1.220 Euro.

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