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DKV-Report 2016: Wer länger sitzt, stirbt früher!

DKV-Report 2016: Wer länger sitzt stirbt früher!
DKV-Report 2016: Wer länger sitzt stirbt früher! Bewegungsmangel: 1,2 Mio. Menschen sterben jährlich 00:01:32
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DKV-Report: Inaktivität und Überernährung sind echte Gesundheitsgefahren

In Europa sterben 1,2 Millionen Menschen im Jahr wegen mangelnder Bewegung. Inaktivität und Überernährung sind weltweit die größten Gesundheitsgefahren. Und auch die Deutschen sitzen zu viel und bewegen sich immer weniger.

Die Deutsche Krankenversicherung (DKV) untersuchte für ihren DKV-Report 2016 diese Faktoren - Aktivität, Ernährung, Rauchen, Alkohol und Stressempfinden - zum vierten Mal seit 2010 und stellte fest, dass die Daten sogar noch schlechter geworden sind. Waren es 2010 noch 14 Prozent der Befragten, die in allen Bereichen gut abschnitten, sind es 2016 nur noch 11 Prozent.

Welche Faktoren haben sich seit 2010 verschlechtert?

Die Deutschen bewegen sich zu wenig, insbesondere sitzen wir zu viel. “Wer länger sitzt, hat ein höheres Risiko, früher zu sterben“, warnt Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln, der die Befragung leitete. Im Schnitt sitzen die Deutschen an Werktagen sieben Stunden am Tag, am häufigsten bei der Arbeit, aber auch vor Fernseher oder Computer. ‘Schreibtischarbeiter‘ sitzen insgesamt sogar elf Stunden.

Was können Sie gegen zu viel Sitzen im Büro tun?

Sitzen ist im Grunde eine Gewohnheitssache. Der Mensch neigt dazu, sich bei jeder Gelegenheit hinzusetzen. Man kann den Sitz- und Bewegungsalltag im Büro trotz Arbeitsbelastung und Zeitdruck aber durchaus unterbrechen: Treppen statt Aufzug, Stehpult, kurze Gehpausen, Meetings im Stehen. Möglichst dreimal pro Stunde sollte man aufstehen.

Gibt es soziale Unterschiede beim Gesundleben?

Ja, von den Menschen mit Hauptschulabschluss erreichen nur sieben Prozent eine gesundheitsfördernde Lebensweise, bei Mittlerer Reife und Abitur sind es 12 beziehungsweise 13 Prozent und bei Menschen mit Studium sind es 10. Hier wird dann aber auch deutlich: je höher der Bildungsabschluss ist, umso länger sitzen die Menschen. Doch wir können Hoffnung haben, denn mit zunehmendem Alter wird generell ein gesundheitsfördernder Lebensstil verfolgt.

Doch auch im Hinblick auf das Geschlecht sind Unterschiede erkennbar: Frauen sind das gesundheitsbewusstere Geschlecht. Sie liegen bei fast allen Gesundheitsfaktoren vorne. Aber: Männer (47 Prozent) bewegen sich letztendlich etwas mehr als Frauen (44 Prozent).

DKV-Report 2016: Wo lebt man in Deutschland am gesündesten?

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es den höchsten Anteil von Menschen, die rundum gesund leben. 19 Prozent von ihnen „bewegen sich ausreichend, essen ausgewogen, rauchen nicht, trinken wenig Alkohol und haben kein Problem mit Stress“, so Froböse. Weshalb Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren an der Spitze liegt, ist nicht so richtig klar - vielleicht ist es die Seeluft. Schlusslichter im Vergleich sind Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg mit jeweils 9 Prozent.

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