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DIY-Lexikon: Zwickel

Der Zwickel schafft Tragekomfort

Wie aus der Architektur bekannt, füllt der Zwickel den Raum zwischen zwei geometrischen Formen. In der Mode ist er ein Stück Stoff, das an Nahtkreuzungen eingepasst wird. Im Schritt und unter den Achseln erhöht solch ein Stück Stoff den Tragekomfort bei eng anliegender Kleidung. Besonders bei Produktionen an der heimischen Nähmaschine würde das Aufeinandertreffen von vier Nähten einen Knubbel verursachen, der sehr unangenehm an den empfindlichen Körperstellen wäre. Der Zwickel vermindert nicht nur die Anzahl aufeinandertreffender Nähte, er schafft auch zusätzlichen Raum. Meist ist er rauten-, linsen- oder ellipsenförmig.

Hygiene und Sichtschutz

Bei Unterwäsche, Sport- und Bademode findet der Zwickel ein weiteres Wirkfeld. Hier ist im Schritt versteckt auf der Innenseite ein Stück Stoff eingenäht. Bei Kleidungsstücken aus Kunstfaser besteht es aus Baumwolle. Bei Hosen für den Herrn sitzt der Zwickel im Frontbereich und schafft so eine dickere Stofflage. Sie lässt die Konturen verschwimmen und schenkt so ein gewisses Maß an Diskretion.

Der Zwickelerlass regelte die Bademode

Um der zunehmenden Freizügigkeit in den 1920ern entgegenzuwirken, wurde die Badepolizeiverordnung vom 18. August 1932 erlassen, die Nacktbaden und "anstößige Badekleidung" verbot. Aufkommende Streitigkeiten zur Auslegung bewirkten, dass innerhalb eines Monats eine Ergänzung angefügt wurde. Hierin war detailliert aufgeführt, wie Badekleidung geschnitten sein muss und zu sitzen hat. Da hier ausdrücklich und immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass jegliche Badekleidung mit einem Zwickel versehen sein muss, belegte der Volksmund diese für zehn Jahre gültige Regelung mit dem Namen Zwickelerlass.

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