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DIY-Lexikon: Viskose (Rayon)

Viskose – vielfältig einsetzbar, schwer zu verarbeiten

Viskose bezeichnet Chemiefasern, die halbsynthetisch sind und über ein bestimmtes Verfahren gesponnen werden. Dies geschieht industriell über das sogenannte Nassspinnverfahren. Der Rohstoff, aus dem die Fasern für das Viskoseverfahren gewonnen werden, ist Cellulose. Früher wurde Viskose auch als Rayon oder Kunstseide bezeichnet.

Herstellung

Cellulose durchläuft mehrere Prozessstufen, bei denen der Zellstoff zunächst mit Natronlauge behandelt wird. Die dadurch entstehende Alkalicellulose wird im nächsten Schritt mit Schwefelkohlenstoff zu Cellulose-Xanthogenat umgewandelt. Wird nun noch einmal Natronlauge hinzu gegeben, ergibt sich die Viskose-Spinnlösung. Diese wird durch Spinndrüsen in ein Spinnbad gepumpt, wo durch Koagulation Viskose-Filament entsteht – quasi unendliche Fasern. Diese können dann je nach Verwendungszweck weiter verarbeitet werden. Die Zusammensetzung der Fasern ist ähnlich wie die von Baumwolle.

Verwendung

Aufgrund der Ähnlichkeit mit Baumwolle besitzt Viskose eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten. Da die Fasergeometrie eine große Anzahl an Variationsmöglichkeiten bietet, ist Viskose teilweise noch vielfältiger einsetzbar als Baumwolle. Anwendungsbeispiele im Heimtextil- und Bekleidungssektor sind die Herstellung von

- Garnen aus Viskose-Spinnfasern,

- Oberbekleidung wie Anzügen, Blusen, Hemden und Kleidern,

- Deko- oder Möbelstoffen sowie

- Tisch- und Bettwäsche.

Daneben wird Viskose auch in der Medizin eingesetzt und für Hygieneprodukte verwendet. Dazu gehören beispielsweise Krankenhaustextilien oder Feucht- und Reinigungstücher. In der Technik wird der Stoff daneben auch für Teebeutel oder Papier für Banknoten genutzt.

Pflegetipps

Kleidung aus Rayon ist sehr empfindlich, kann aber dennoch mit der Waschmaschine gewaschen werden. Allerdings sollte im Zweifelsfall immer auf die Pflegeanleitung des Kleidungsstücks geachtet werden. Ansonsten gilt: Wenn die Waschmaschine einen Kaltwaschgang besitzt, ist es sinnvoll, Kleidungsstücke aus Viskose kalt zu waschen. Ansonsten sollte die Wassertemperatur nicht mehr als 30 Grad betragen. Hat Ihre Waschmaschine einen Handwaschgang – noch besser!

Bei manueller Wäsche ist insofern Vorsicht geboten, dass Stoffe aus Rayon nicht besonders reißfest sind. Daher sollte sie möglichst nicht ausgewrungen werden. Aus diesem Grund ist es auch bei Maschinenwäsche sinnig, eine Netztasche zum Schutz zu verwenden.

Gebügelt werden sollte Viskose immer auf der linken Seite.

Tipps zur Verarbeitung

Die Verarbeitung von Viskose kann tückisch sein. Die Stoffe sind meist fließend und neigen dazu, sich zu verziehen. Daher sollten Sie sich beim Feststecken viel Zeit nehmen und darauf achten, dass der Stoff nicht schon beim Zuschneiden in eine Richtung verzogen ist. Mehrere Lagen des Stoffes zuzuschneiden ist keine gute Idee – hier verzieht sich eine Lage nur allzu schnell. Hilfreich ist es auch, den Stoff mit schweren Gegenständen zu fixieren und möglichst wenig beim Schneiden anzuheben. Eine rutschfeste Unterlage kann helfen. Hier tut es beispielsweise schon der Teppichboden. Ein guter Tipp ist auch das Einlegen des Stoffes in Wäschestärke, bevor er zugeschnitten wird. So lässt er sich leichter verarbeiten.

Beim Nähen können Vlieseline oder Stütznähte helfen, um ein Verrutschen oder Verziehen zu verhindern. Stecknadeln neigen dazu, aus dem Stoff einfach herauszurutschen, weshalb sich eventuell ein Klebestift für Stoff lohnt, um Herr über das Ganze zu werden. Zum Nähen selbst sollte übrigens eine feine 60er- oder 70er-Nadel benutzt werden. Kleine Stiche und eine geringe Fadenspannung sowie ein geringerer Nähfußdruck machen die Arbeit zudem leichter.

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