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DIY-Lexikon: Tweed

Ein textiler Klassiker: Tweed

Tweed ist ein rustikales Gewebe, das meistens aus Wolle oder Mischungen aus Woll- und Kunstfasern besteht. Der Stoff ist angenehm weich, flexibel und die unregelmäßige Oberfläche des Materials erinnert an die grobe Beschaffenheit handgesponnener Garne. Der gewebte Stoff erhält seine typische, feine Musterung durch die Kombination verschiedener bunter Fasern, die im Fischgrätmuster miteinander verwoben werden.

Edles Traditionsgewebe

Das Material wurde während seiner Entstehungszeit im frühen 19. Jahrhundert als Tweel oder Twill bezeichnet. In der deutschen Übersetzung bedeutet dies "Körperbindung" und bezeichnet eine der drei Grundbindungsarten für gewebte Textilien. Kleidung, Accessoires und Heimtextilien aus Tweed sind Klassiker der britischen und irischen Landhausmode, da der Bekleidungsstoff besonders robust ist und Feuchtigkeit oder leichtem Regen standhält. Das wärmende Material wird traditionell beim Jagen getragen, eignet sich aber auch sehr gut für die Herstellung edler Blazer und Hosenanzüge. Zu besonderer Bekanntheit gelangte der Stoff durch die französische Designerin Coco Chanel, die in den 1920er-Jahren die ersten femininen Kostüme mit dem traditionellen Material kreierte. In den 1950er-Jahren wurde Tweed in zarten Pastelltönen unter Angehörigen der englischen Aristokratie besonders populär und wird auch in den Medien häufig mit Mitgliedern des Königshauses assoziiert.

Vielseitig, komfortabel und edel

Grundsätzlich können drei Arten von Tweed unterschieden werden. Am berühmtesten ist wohl der schottische Harris-Tweed, der im rauen Klima der Äußeren Hebriden in Handarbeit gefertigt wird. Das edle Material besteht aus reiner, anschmiegsamer Schurwolle, die leicht ist und Wärme besonders gut isoliert. Eine weitere berühmte Tweed-Variante ist der sogenannte Donegal-Tweed. Das traditionelle Gewebe kommt aus dem irischen Donegal und ist für die typischen, bunten Farbsprenkel berühmt, die das Material durchziehen. Die bunte Färbung der Garne wurde ursprünglich mithilfe von Blaubeeren, Brombeeren und Blumenextrakten erzielt, die im kühlen, regnerischen Irland beheimatet sind. Eine besonders sommerlich und edle Spielart des klassischen Materials sind Tweed-Stoffe aus Rohseide, die in einem ähnlichen Verfahren wie Woll-Tweed verwebt werden. Das leicht glänzende Material ist besonders weich, leitet Feuchtigkeit nach außen und sorgt für ein angenehm kühles Gefühl beim Tragen.

Näh- und Pflegetipps

Tweed ist ein mittelschwerer Stoff, der genau wie Baumwolle über eine Webrichtung verfügt. Achten Sie beim Zuschneiden auf die Webrichtung und addieren Sie circa zwei Zentimeter Nahtzugabe zu Ihren Schnittmustern. Nach dem Nähen versäubern Sie die Nähte und bedecken diese mit einem angefeuchteten Stück Baumwolle. Bügeln Sie die unter der Baumwolle befindlichen Nähte anschließend auf. Durch den Dampf wird das Ergebnis besonders schön und das Tuch schützt den Tweedstoff vor trockener Hitze und Brandstellen. Da das pflegeleichte Material meistens für Oberbekleidung verwendet wird, reicht ausgiebiges Lüften, um Gerüchen vorzubeugen. Waschen Sie Tweed am besten kalt mit einem milden Wollwaschmittel. Verwenden Sie entweder das Wollprogramm Ihrer Waschmaschine oder waschen Sie Ihre Mäntel, Hosen und Accessoires von Hand.

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