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DIY-Lexikon: Shetlandwolle

Wolle aus dem hohen Norden

Die Shetlandinseln liegen im Nordatlantik und gehören zu Schottland. Berühmteste Exportartikel sind das Shetlandpony und die Strickwaren aus Shetlandwolle, die man von den gleichnamigen Schafen gewinnt. Die Fair Isle hoch im Norden der Shetlandinseln ist berühmt für ihre Stricktechnik. Die Wirtschaft der Inseln beschränkt sich auf Fischfang und etwas Landwirtschaft. Warme Pullover erfreuten sich seit dem 19. Jahrhundert immer größerer Beliebtheit und trugen zum Lebensunterhalt der Familien bei. Daraus entwickelte sich die Fair-Isle-Technik. Es musste schnell gehen, schön aussehen und jeder Wollrest war verwendbar.

Fair-Isle-Strickwaren – wetterfest und schick

Fair Isle steht zum einen für die zweifarbigen Muster, die sich in Bändern über einen Pullover ziehen. Ursprünglich gab es nur ungefärbt Wolle, heute ist nahezu jede Farbe vorrätig. Um ein klares Muster zu erzielen, wählen Sie die Hintergrund- und die Musterfarbe in möglichst kontrastreichen Farben aus.

Zum anderen bezeichnet Fair Isle die Technik, den Pullover in der Runde glatt rechts bis zum Hals hoch zu stricken. Die verschiedenen Fäden für die Muster werden direkt eingewebt, so entfällt das zeitaufwendige Vernähen. Für die Armlöcher und den Halsausschnitt arbeitet man Steekmaschen, die aufgeschnitten werden, sobald die Strickarbeit abgeschlossen ist. Die Shetlandwolle verwirkt sich leicht, also ribbelt sie auch nicht so schnell auf und muss nicht vernäht werden. Aber ein angestricktes Bündchen an Halsausschnitt oder den Ärmel sieht einfach besser aus.

Shetlandwolle ist ein derbes Material. Sie hält schön warm und ist winddicht und Wasser abweisend. Leider ist die Wolle sehr kratzig, was sie als Unterwäsche eher unbeliebt macht. Aber für Pullover und Strickjacken ist sie ideal.

Shetlandwolle – unkompliziert und praktisch

Die Wollfasern sind nur wenig gedreht, aber stark gekräuselt. Das lässt die Fäden dünn ausfallen und macht die Wolle sehr ergiebig. Die Strickteile sind angenehm zu tragen und fallen leicht aus.

Die Wolle ist sehr pflegeleicht, sie knittert nicht, gibt aufgenommene Gerüche schnell wieder ab und verschmutzt nicht so leicht. Damit die Shetlandwolle leichter verfilzen kann, und so ihre isolierenden Eigenschaften erhält, legt man sie nach dem Stricken auf Holzgestellen nach draußen. Führen Sie dieses Verfahren fort und hängen das Strickteil in die feuchte Witterung, entfällt der eine oder andere Waschgang. Wolle ist empfindlich und sollte möglichst von Hand gewaschen werden. Da das Verfilzen bei der Shetlandwolle aber gewünscht ist, kann die Strickware in der Maschine im Wollwaschgang gewaschen werden. Damit sie beim Trocknen in Form bleibt, bitte liegend trocknen oder in ein Frotteetuch einwickeln.

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