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DIY-Lexikon: Seersucker

Seersucker, ein pflegeleichter, bügelfreier Baumwollstoff, wie für den Sommer gemacht

Das Baumwollgewebe, das über den Ostindienhandel im 19. Jahrhundert nach Europa kam, wurde schon bald wegen seiner pflegeleichten und temperaturausgleichenden Eigenschaften sehr geschätzt. Vor allem in den feucht-warmen Gebieten wie Britisch-Indien und dem Süden der Vereinigten Staaten war es die Hauptstütze der Sommergarderobe. Außer Kleidern wurden auch Anzüge aus dem Material hergestellt. Hier wurde auch Hickory, eine schwere Variante des Stoffes entwickelt. Hickory ist ein besonders strapazierfähiger, luftdurchlässiger Stoff, aus der die traditionelle, blau gestreifte amerikanische Lokführerkleidung und Arbeitsschürzen gefertigt wurden.

Die besonderen Eigenschaften des Baumwollkrepps

Ursprünglich ein gestreiftes Gewebe, wird es heute in vielen Unitönen und Mustern hergestellt. Seine geraffte Optik und die Streifenstruktur werden durch die unterschiedliche Spannung der Kettfäden beim Weben hervorgerufen. Eine günstige Herstellungsart ist das Auftragen faserquellender Substanzen nach dem Webvorgang. Die Stoffeigenschaften bleiben dabei aber die Gleichen. Da der Kreppstoff aufgrund seiner borkig wirkenden Oberfläche niemals vollständig am Körper aufliegt, kann die Luft zirkulieren und die Hautatmung wird begünstigt. Durch diesen temperaturausgleichenden Effekt ist der bügelfreie Stoff für die Herstellung luftiger Sommerkleidung und Bettwäsche besonders beliebt und geeignet.

So verarbeiten Sie den gekräuselten Baumwollstoff richtig

Vor dem Zuschneiden streichen Sie den Stoff bitte mit beiden Händen glatt. Stecken Sie die Streifen aufeinander, wenn Sie bei doppelter Stofflage (die rechte Seite innen) zuschneiden. Für das Übertragen der Nahtlinien vom Schnitt auf den Stoff eignet sich am besten Kopierpapier in einer Kontrastfarbe. Sie können auch ein Kopierrädchen verwenden, wegen der Stoffstruktur am besten ein glattes, zahnloses Rad. Sind die Linien aber trotzdem nicht gut zu sehen, können Sie die Abnäher auch mit einem doppelten Reihfaden in großen Schlaufen per Hand nachnähen. Beim Auseinanderziehen der Stoffteile die dazwischen liegenden Schlingen mit einer scharfen Schere durchtrennen. Es bleiben gut sichtbare Stoppeln stehen. Zum Nähen des Kreppstoffes genügen handelsübliche Baumwollgarne und der Standardnähfuß Ihrer Nähmaschine. Sollen Revers und Knopfleisten verstärkt werden, dann am besten eine sehr leichte Einlage verwenden, damit die Leichtigkeit des Kleidungsstückes erhalten bleibt. Da Baumwollstoffe beim Waschen immer einlaufen können, sollten Sie sicherheitshalber den Stoff vor dem Zuschneiden einer Wäsche unterziehen.

Wichtige Hinweise zur Pflege

Durch die gewellte Struktur des Baumwollstoffes ist dieser bügelfrei. Damit der schöne Kräuseleffekt lange erhalten bleibt, sollten Sie diesen nicht über 40 Grad waschen und bei niedriger Stufe schleudern. Da auch die Bettwäsche aus Kreppmaterial nicht bei 60 Grad gewaschen werden darf, verwenden Sie für diese immer oder gelegentlich, ein spezielles, antibakterielles Waschmittel. Aufs Bügeln sollten Sie gänzlich verzichten. Streichen Sie die Nähte, die Kanten der Revers und die Ausschnitte der Kleidungsstücke einfach mit dem Daumennagel glatt. Sollten Sie aber doch zum Bügeleisen greifen, dann dieses nur auf niedrigste Temperaturstufe stellen und auf weicher Unterlage, wie zum Beispiel einem Frotteehandtuch, bügeln. Mit Dampf darf auf keinen Fall gebügelt werden. Sonst ist der Kreppeffekt unwiederbringlich zerstört.

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