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DIY-Lexikon: Schurwolle

Schurwolle: Mohairziegen und Lamawolle
Schurwolle wird direkt vom Tier gewonnen. © vschlichting - Fotolia, Volker Schlichting

Schurwolle - wohlig und wärmend

Mit Schurwolle oder reiner Schurwolle wird die Wolle bezeichnet, die direkt vom lebenden Tier gewonnen wird, dies erfolgt durch Scheren, Kämmen oder auch durch das für die Tiere schmerzfreie Zupfen. Als Lieferanten dienen hauptsächliche Schafe, aber auch Ziegen (Kaschmirwolle oder Mohair), Kaninchen (Angora) oder Kamele (Kamelhaar). Kleinkamele wie die in Südamerika beheimateten Lamas, Vikunjas oder Alpakas liefern besonders hochwertige Wolle, ebenso wie Yaks oder Moschusochsen (Quiviut).

Eigenschaften und Qualität

Wolle zeichnet sich durch ihre thermoregulierenden Eigenschaften aus. Wollfasern bestehen aus bis zu 85 Prozent Luft, sie sind exzellente Wärmeisolatoren. Wolle kann bis zu einem Drittel ihres eigenen Gewichts an Flüssigkeit aufnehmen, sie leitet diese schneller ab als beispielsweise Baumwolle, ohne sich feucht anzufühlen. Wolle ist schmutzabweisend und aufgrund der elastischen Faser knittert sie kaum. Darüber hinaus ist sie schwer entflammbar und farbbeständig.

Verwendung

Reine Schurwolle eignet sich ausgezeichnet zum Stricken oder Häkeln von Schals, Pullovern, Westen, Jacken, Handschuhen oder anderen Kleidungsstücken. Auch Decken, Kissen und andere im Wohnbereich einsetzbare Textilien lassen sich daraus herstellen. Je nach verwendeter Stärke und Technik können aus Schurwolle feinste Handarbeiten entstehen, ebenso wie rustikale und wärmende Strickwaren. Während ein feines, aus zarter Merinowolle gearbeitetes Lacetuch als schmückendes Accessoire an lauen Sommerabenden eingesetzt werden kann, hält ein aus dicker Shetlandwolle gestrickter Pullover im Winter die Kälte ab.

Pflege

Aufgrund der speziellen Struktur besitzt Schurwolle die Fähigkeit zur Selbstreinigung, der Schmutz kann nicht eindringen, sondern reibt sich aus der Faser. In der Regel reicht es vollkommen aus, die Textilien auszulüften. Ansonsten sollte man genau auf die auf der Banderole angegebenen Pflegehinweise achten. Wolle, die mit dem "Superwash"-Verfahren behandelt wurde, kann problemlos in der Waschmaschine gewaschen werden. Besonders hochwertige Garne wie beispielsweise Mohair, Kaschmir, Kamelhaar oder Angora sollten dagegen immer vorsichtig mit der Hand und einem speziellen Wollwaschmittel gewaschen werden. Textilien aus Schurwolle trocknen liegend auf einem Frotteehandtuch ausgebreitet am besten – so behalten sie ihre Form.

Tipps

Für Anfänger eignen sich Garne am besten, die mit mittelstarken Strick- oder Häkelnadeln, beispielsweise Größe 5 oder 6, gearbeitet werden. Ein einfacher Schal oder ein Kissenbezug eignet sich ganz hervorragend, um verschiedene Techniken oder Muster auszuprobieren sowie um seine Fingerfertigkeit zu üben. Strukturmuster kommen besonders gut zur Geltung, wenn sie mit einfarbiger, glatter Wolle gearbeitet werden.

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