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DIY-Lexikon: Satin

Satin – ein glänzender Stoff für den großen Auftritt

Bei Satin handelt es sich um ein Gewebe, das durch sogenannte 'Atlasbindung' entsteht. Bei diesem Gewebe sind die Punkte, an denen sich Kett- und Schussfäden kreuzen, gleichmäßig verteilt. Früher wurde Satin auch als Atlas bezeichnet. Heute verwendet den Begriff allerdings kaum noch jemand. Der Ausdruck 'Satin' kommt von dem Wort Zaytoun – dem arabischen Namen der Stadt Quanzhou in China. Und das ist kein Zufall: Quanzhou ist eine wichtige Stadt für den Seidenhandel. In Europa ist Satin seit dem zwölften Jahrhundert erhältlich. Früher wurde der Stoff aus Seide hergestellt und war damit für viele Menschen kaum erschwinglich.

Eigenschaften und Verwendung

Die Atlasbindung des Satins sorgt für die typische Optik. Er besitzt eine glänzende Oberseite, die sich glatt anfühlt. Seine Unterseite ist matt. Je nachdem, welche Fasern genutzt werden, kann Satin sowohl leicht als auch recht schwer sein. Aber nicht nur das: Das genutzte Garn und die Fasern bestimmen auch seine Festigkeit.

Am häufigsten wird Satin für festliche Kleidung oder aber Bettwäsche und Vorhänge verwendet. Häufig wird Satin zu Abend- und Brautkleidern verarbeitet, wobei auch immer mehr Faschingskostüme aus Satin gefertigt werden. Die Variante Crêpesatin wird wegen ihres fließenden Griffs besonders gern für Futter oder Unterwäsche genutzt, während Baumwollsatin sich am besten für Vorhänge und Bettwäsche eignet. Die bekanntesten Satinvarianten sind Duchessesatin, Deutschleder, Moleskin und Crêpesatin.

Pflege

In der Pflege ist Satin recht anspruchslos. In der Regel kann Satin problemlos in der Maschine gewaschen werden, wobei die Temperatur nicht mehr als 40 Grad betragen sollte. Ein schonender Waschgang ist sinnvoll, um das Gewebe nicht mehr als nötig zu belasten. Auch beim Schleudern sollten Sie lieber eine niedrige Drehzahl verwenden. Das hat auch den Vorteil, dass die Wäsche weniger Knitterfalten mit aus der Maschine bringt. Wer feuchten Satin auf einen Bügel hängt, spart sich später viel Arbeit beim Bügeln.

Was bei Satin allerdings problematisch ist, sind spitze Gegenstände. Viele andere Stoffe ziehen kaum Fäden und wenn doch lassen sie sich meistens gut kaschieren. Das ist bei Satin nicht der Fall! Wenn Satin Fäden zieht, zieht sich die Linie oft durch den gesamten Stoff. Bestes Beispiel: Wer Satinbettwäsche und Katzen Zuhause hat, dürfte das Problem von verhakten Krallen in Satin kennen. Hier ist also Vorsicht geboten!

Tipps zur Verarbeitung

Da Satin sehr empfindlich ist, sollte schon beim Schneiden des Stoffs möglichst vorsichtig vorgegangen werden. Eine Option für das Zuschneiden sind Rollschneider, wobei hier die Zuschneidematte immer größer als das Schnittteil sein sollte. Achtung: Satin verzieht sich schnell! Wer eine Schere zum Ausschneiden der Schnittteile benutzt, sollte sie so flach wie möglich halten. So wird ein Verrutschen bestmöglich verhindert. Zu empfehlen ist übrigens auch hier die Nutzung einer rutschfesten Unterlage.

Um Satin zu nähen, verwenden Sie am besten Nadeln mit einer 60er- oder 70er-Stärke. Dickere Nadeln können den Stoff beschädigen und unschöne Löcher hinterlassen. Um das Rutschen des Stoffs zu verhindern, kann es sinnvoll sein, Seidenpapier mit zu vernähen. Das Papier kann am Ende einfach abgezogen werden.

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