DIY-Lexikon DIY-Lexikon

DIY-Lexikon: Samt

Samt – ein edler Stoff mit Geschichte

Bei Samt handelt es sich um ein Gewebe, über dem ein Fadenflor eingearbeitet ist. Im Altertum wurde der Stoff als Sammet bezeichnet. Der Begriff kommt aus dem Griechischen und heißt so viel wie 'sechsfädig'. Die Entwicklung der Seidenweberei ist eng mit der des Samtes verbunden. Der mittelalterliche Samt war zunächst ein mehrfarbiges Seidengewebe mit Mustern – allerdings ohne Flor.

Geschichte des Samts

Der sogenannte Kettsamt war bereits im 14. Jahrhundert in Italien bekannt. Hergestellt wurde er in Mailand, Florenz, Genua und Venedig. In diesem Zeitraum wurde er vorwiegend als Bezug für Kissen verwendet. Aber nicht nur: Gewänder, die etwas hermachen und prunkvoll aussehen sollten, wurden ebenfalls mit Samt hergestellt. In der Renaissance war Samt vor allem in Europa sehr beliebt und galt als Hauptgewebetyp dieser Zeit. In Deutschland und Holland konnte die Samtindustrie erst im 18. Jahrhundert Fuß fassen. Am Niederrhein lag lange Zeit das europäische Zentrum für die Herstellung kostbarer Stoffe wie Seide und Samt.

Gut zu wissen: In Persien wurden Samtbrokate bereits im 16. Jahrhundert für die Raumausstattung verwendet. Von dort wurden sie nach Europa exportiert.

Eigenschaften und Verwendung

Samt ist Plüsch und Velours sehr ähnlich, unterscheidet sich von den anderen Stoffen allerdings in der Länge des Flors, also der Haarlänge. Beim Samt ist der Flor maximal zwei oder drei Millimeter lang. Dadurch fühlt er sich von den drei Stoffen am härtesten an, ist aber dennoch sanft – daher stammt übrigens auch die Bezeichnung "samtig".

Samt besitzt durch den Flor eine Strichrichtung und fühlt sich – mit oder gegen den Stich gestrichen – unterschiedlich an. Zudem sieht er je nach Strichrichtung auch anders aus. Während Samt früher aus Seide gefertigt und als Naturseidensamt bezeichnet wurde, ist es heute üblich, ihn chemisch oder aus Baumwolle herzustellen. Beim Pannesamt handelt es sich um einen spiegelnden und glänzenden Samtstoff. Er wird zum Beispiel für Oberbekleidung, Schals, Röcke oder Accessoires benutzt.

Pflege

Bei der Pflege von Samt ist allem vorweg eines zu wissen: Er sollte nie in der Waschmaschine gewaschen werden, da er sehr hochwertig und empfindlich ist. Meistens empfehlen Samthersteller, die Kleidungsstücke in die Reinigung zu geben. Wer seine Kleidung lieber von Hand waschen möchte, sollte darauf achten, dass der Stoff nicht zu stark gerieben oder ausgewrungen wird. Ein guter Tipp ist es, Samt in ein Frottiertuch einzuwickeln und das Wasser herauszudrücken. Er darf niemals im Wäschetrockner getrocknet werden!

Bei der Lagerung von Samtbekleidung ist außerdem zu beachten, dass Stoffbrüche entstehen, wenn er gefaltet wird. Aus diesem Grund sollte Samt immer aufgehängt werden. Um ihn auf Reisen zu transportieren, sollte das Kleidungsstück mit der rechten Seite nach innen zusammengelegt werden. Wenn Sie Seidenpapier dazwischenlegen, übersteht der Stoff auch den Urlaub. Gebügelt werden sollte Samt übrigens nur von links und ohne Dampf.

Tipps zur Verarbeitung

Beim Schneiden von Samt muss auf die Strichrichtung geachtet werden. Hier gilt als Faustregel: Bei Samtbekleidung sollte der Stich von oben nach unten reichen. Und auch nähen sollten Sie Samt immer mit der Strichrichtung. Als Nadeln eignen sich besonders solche mit der Stärke 70 oder 80. Knopflöchern verschaffen Sie zusätzlichen Halt, wenn auf Sie ein Stück Organza mit nähen und es am Ende vorsichtig zurück schneiden.

Anzeige