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DIY-Lexikon: Polyamid

Polyamid – Verwendungsmöglichkeiten und Materialeigenschaften

Je nach Herstellungsverfahren wird diese Kunstfaser, die 1938 auf den Markt kam, auch als Nylon, Perlon, Tactel, Kevlar oder Helanca bezeichnet. Das Synthetikmaterial ist knitterarm und extrem reiß- und scheuerfest. Es ist außerdem gegen Bakterien- und Milbenbefall geschützt, was im Besonderen für Allergiker interessant ist. Diese Microfasern lassen den Wasserdampf entweichen, aber kein Wasser nach innen dringen. Das Wasser perlt an der glatten, glänzenden oder matten Oberfläche ab. Wegen dieser positiven Produkteigenschaften und der Weichheit des Stoffes wird die Polyamidfaser für wetterfeste Outdoorbekleidung, aber auch Sportkleidung (Trainingsanzüge), Bademode, Miederwaren, Futter- und Kleiderstoffe verwendet. Durch diesen haltbaren Stoff konnte die einst teure Naturseide für die Fallschirme preisgünstig ersetzt werden.

Wichtige Tipps für das Nähen von Kunstfasern

Prinzipiell sollten Sie zu Ihrem zu verarbeitenden Stoff immer ein Nähgarn der gleichen Qualität wählen. Für Ihre Synthetikfaser brauchen Sie demnach ein Polyamidgarn. Würden Sie ein Baumwollgarn wählen, das beim Waschen leicht eingeht, während die Kunstfaser davon gar nicht betroffen ist, wären wellige Nähte nach der ersten Wäsche die Folge.

Wenn Sie den Stoff professionell zuschneiden wollen, brauchen Sie dafür ein Heißschneidegerät, das die Kanten sauber schmelzen lässt. Das ist zugleich eine perfekte Schnittkantenversäuberung. Mikrofaserstoffe rutschen leicht beim Nähen, sodass oft keine ordentlichen Nähte zustande kommen können. Schuld daran ist das fadenansaugende Synthetikmaterial, dass sich keine Fadenschlaufe hinter der Nadel bilden kann. Abhilfe schafft hier das Auflegen von Seidenpapier auf den Stoff. Durch dieses Papier nähen sie hindurch. Nach dem Nähvorgang können Sie das Papier leicht abreißen. Eventuell zurückbleibende Reste verschwinden spätestens nach der ersten Wäsche.

Außerdem sollten Sie für jeden zu nähenden Stoff die richtige Nähnadel auswählen. Das erspart Ihnen viel Ärger und Frust. Für synthetische Stoffe wird eine Microtexnadel empfohlen. Den Schnitt für Ihr Modell sollten Sie wie üblich auf den Stoff übertragen. Halbe Schnitte, wie zum Beispiel Vorder- oder Rückenteil, legen Sie am Stoffbruch an. Der Stoffbruch ist auf dem Schnitt gekennzeichnet. Die Nähte oder Abnäher übertragen Sie am besten mit einem glatten Kopierrädchen und einem zur Stofffarbe kontrastierendem Kopierpapier. Alternativ können Sie die Konturen auch durchschlagen. Das heißt, Sie markieren mit Nadel und Reihfaden die Nahtlinien. Mit diesen Tipps sollten Sie sicher zu einem befriedigenden und schönem Nähergebnis gelangen.

Wichtige Pflegehinweise

Polyamidtextilien sollten nicht über 40 Grad gewaschen werden, und dürfen nur auf geringster Wärmeeinstellung gebügelt werden, da sie durch zu starke Hitzeeinwirkung permanent verformt werden können. Generell ist Bügeln aber nicht notwendig. Ob der jeweilige Stoff für den Wäschetrockner (Vorsicht) geeignet ist, sollten Sie jeweils der Herstellerempfehlung entnehmen. Auf das Chloren des Stoffes sollten sie ebenfalls verzichten. Gegen eine chemische Reinigung mit Per ist aber nichts einzuwenden. Kommt die Faser mit einer Flamme in Berührung, so schmilzt sie und durch dauerhafte, starke Sonneneinwirkung wird das Material brüchig und bleicht aus.

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