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DIY-Lexikon: Polyacryl

Polyacryl, die wollähnliche, pflegeleichte Industriefaser

Diese weitverbreitete Kunstfaser, die auch als Dralon oder Orlon bekannt ist, wird seit 1954 in großem Umfang hergestellt und ist aus der Bekleidungsindustrie nicht mehr wegzudenken. Für den Textilstoff werden gekräuselte Spinnfasern verwendet, die dem Material seine wollähnliche Griffigkeit verleihen. Da der Stoff so hautumschmeichelnd, trageangenehmen und pflegeleicht ist, wird daraus Sportbekleidung, Oberbekleidung, Unterwäsche, Socken, Strickstoffe, Heimtextilien und verstrickbare Wolle gefertigt.

Die speziellen Eigenschaften der Polyacrylfasern

Die synthetischen, leichten Endlosfasern sind lichtecht, chemikalienbeständig, haltbar und pflegeleicht. Sie sind flauschig (hohe Bauschfähigkeit) und wärmen gut. Da sie wenig Feuchtigkeit aufnehmen und einen schnellen Feuchtigkeitstransport haben, trocknen sie schnell und sind so ideal für Sportbekleidung, aber auch für jegliche andere Art von Kleidung geeignet. Das elastische Material wird besonders gerne für die Damenoberbekleidung genutzt. Wenn diese Kunstfasern mit Wolle oder anderen Naturfasern im richtigen Mischungsverhältnis kombiniert werden, wird Wolle vor dem Verfilzen geschützt und knittert weniger.

Nützliche Tipps zum Nähen und Verarbeiten von Polyacrylstoffen

Maschenware und Flauschstoffe zuzuschneiden, ist immer eine Herausforderung. Streichen Sie zuerst den Stoff sanft auf dem Tisch aus, ohne die Maschen dabei zu stark zu stauchen oder zu ziehen. Zum Zuschneiden verwenden Sie am besten einen Rollschneider, weil damit der Stoff nicht mehr angehoben werden muss und sich so die Maschenstruktur nicht mehr verziehen kann. Außerdem erhalten Sie mit diesem Gerät sauber zugeschnittene Kanten. Aber bitte legen Sie eine Schneideunterlage unter, damit Ihr Tisch unversehrt bleibt. Unmittelbar nach dem Zuschneiden machen Sie bitte eine Stütznacht aus Zickzackstichen, um die Kanten zu sichern. Bei zarten oder dichten Maschenstoffen sollten Sie eine Nadel in 70er- oder 80er-Stärke mit Ball-Point wählen, der ein Zerstechen der Maschen verhindert und sie stattdessen beim Einstich auseinander schiebt. Wenn Sie nicht über eine solche Nadel verfügen, können Sie auch eine Jerseynadel dafür nehmen. Für Ihren synthetischen Stoff sollten Sie auch ein synthetisches Nähgarn nehmen, da dieses die gleichen Materialeigenschaften wie Ihr Polyacrylstoff hat. Außerdem hat dieses Nähgarn eine höhere Reißfestigkeit, ist dünner und somit für dünne Nadeln besser geeignet. Achten Sie auf die Fadenspannung und den Nähfußdruck an Ihrer Nähmaschine und verringern Sie diese eventuell, damit der Stoff nicht in die Länge gezogen wird. Sollte sich der Stoff beim Nähen stark wellen, können Sie die Nähte mit wasserlöslichem Vlies verstärken.

Wichtige Pflegehinweise

Alle Chemiefasern die mit "Poly" beginnen sind knitterarm, strapazierfähig und hitzeempfindlich. Aus diesem Grund sollte die Waschtemperatur nicht über 40 Grad liegen und aufs Schleudern soll gänzlich verzichtet werden. Hängen Sie stattdessen die Synthetics lieber tropfnass auf, aber vermeiden Sie die direkte Sonnenbestrahlung. Bei größeren Kleidungsstücken empfiehlt es sich, diese nach der Wäsche leicht in einem Handtuch auszudrücken und liegend zu trocknen. Auf den Einsatz eines Wäschetrockners sollten Sie unbedingt verzichten. Das Bügeln des Stoffes ist unnötig, wenn Sie das aber trotzdem tun wollen, dann nur auf Stufe eins und mit einem feuchten Tuch auf dem Stoff. Bitte lesen Sie in jedem Fall erst die Pflegehinweise auf dem Textilpflegeetikett.

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