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DIY-Lexikon: Nylon

Nylon – hauchdünne Faser nicht nur für Strümpfe

1935 entwickelte der US-amerikanische Chemiker Wallace Hume Carothers die erste vollsynthetisch hergestellte Faser Nylon. Nach werbetechnischen Gesichtspunkten wurde aus "Carothers Seide" der Handelsname Nylon geprägt. Anfangs wurden die Polyamid-Fasern nur für die Borsten von Zahnbürsten verwendet. Sehr schnell fand die Chemiefirma DuPont mithilfe des Erfinders eine weitere Verwendung. Die Kunstfaser sorgte nicht mehr nur für saubere Zähne, sondern auch für schöne Beine.

Eigenschaften von Nylon

Die besonders feine Kunstfaser PA 66 ist knitterarm, reißfest und von hoher Elastizität. Sie besitzt einen seidigen, kristallinen Glanz und ist sehr abriebfest. Das Nylongewebe trocknet aufgrund seiner geringen Wasseraufnahme von nur 3,5 Prozent nach dem Waschen besonders schnell. Nylontextilien sollten maximal mit 110 °C (ein Punkt auf dem Bügeleisen) bei Bedarf gebügelt werden. Die atmungsaktive Faser ist sehr strapazierfähig und weist ein hohes Wärme-Isolationsvermögen auf.

Verwendung von Nylon

Die anfängliche Verwendung für Fallschirme wurde auf die Herstellung von Heißluftballons erweitert. Heute findet die rein synthetische Faser ihre Anwendung bei der Herstellung von Tauen, Seilen, Borsten, Angelschnüre und Autoreifen. Die Hauptanwendungsgebiete der PA-66-Fasern sind Feinstrümpfe und Feinstrumpfhosen, Miederwaren, Dessous und Futterstoffe. Darüber hinaus finden Nylonfasern und -gewebe ihre Verwendung bei Sport- und Freizeitbekleidung aller Art, Taschen, Rucksäcken, Koffern sowie Zelten. Bodenbeläge und Teppiche enthalten ebenfalls den Seide-Ersatz. Beim Nähen von Blusen, Decken und Dekostoffen sollten Sie bevorzugt Nylon-Garne verwenden. Die Autoindustrie benutzt Nylon-Garn aufgrund seiner hohen Reißfestigkeit zum Beispiel bei der Airbagherstellung.

Tipps für die Nylon-Pflege

Produkte aus Nylon sind sehr pflegeleicht. Sie sollten diese nicht über 30 °C bis 40 °C waschen. Durch zu langes Waschen sowie Trocknen im Trockner verliert das Nylongewebe seine knitterarme Eigenschaft. Bei Verwendung von Bleichmittel oder Weichspüler wird die Kunstfaser brüchig. Ein Baumwolltuch als Zwischenlage verhindert beim Bügeln das Schmelzen des Nylongewebes.

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