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DIY-Lexikon: Neopren

Nähen mit Neopren<

Neopren ist ein synthetischer Kautschuk, der auch Polychloropen oder Chlorbutadien-Kautschuk genannt wird. Seine thermischen Isoliereigenschaften erhält Neopren durch die vielen kleinen Gasbläschen, die im geschäumten Neopren gleichmäßig verteilt sind. Neopren wird in verschiedenen Stärken angeboten, je nachdem, welche Wärmeisolierung gewünscht wird. Je dicker das Material ist, umso weniger lässt es sich aber dehnen und verarbeiten.

Wofür verwendet man Neopren eigentlich?

Den meisten Leuten ist Neopren wahrscheinlich in Verbindung mit Wassersport bekannt. Freunde des Tauchsports wissen das wärmende Material bei ihren Tauchanzügen zu schätzen. Aber auch die Surfer sind mit Anzügen und rutschhemmenden Schuhen aus Neopren besser geschützt. Daneben gibt es aber noch zahlreiche andere Verwendungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel als Sportbandagen, Regenjacken, Handschuhe, Flaschenkühler oder diverse Schutzhüllen. Der Fantasie sind bei der Verarbeitung von Neopren fast keine Grenzen gesetzt.

Die Eigenschaften von Neopren

Neopren ist vielseitig einsetzbar, denn es hat mehrere gute Eigenschaften:

- beständig gegen Salzwasser und gegen viele Chemikalien

- widerstandsfähig gegen Bakterien, Pilze und Keime

- wasserundurchlässig

- wetter- und ozonbeständig

- besitzt eine gute Hautverträglichkeit

- dehnbar

- gute Hafteigenschaften

Neopren gibt es als unkaschiertes, beidseitig kaschiertes oder einseitig kaschiertes Material. Bei der unkaschierten Oberfläche hat Neopren keine Textiloberfläche. Beim beidseitig kaschierten Neopren sind beide Seiten mit einem Textilgewebe versehen. Hierdurch ist die Neoprenoberfläche nicht so anfällig gegen mögliche Beschädigungen.

Neopren verarbeiten

Möchten Sie etwas aus Neopren nähen, was später auf der Haut getragen wird, so sollten Sie Neopren mit einer Beschichtung aus Nylon oder Polyester wählen. Ein Kleidungsstück mit Textiloberfläche ist einfach angenehmer auf der Haut.

Zum Nähen eignet sich ein Neopren, welches höchstens 2 mm dick ist. Dünneres Material lässt sich jedoch noch besser verarbeiten. Bei einer Dicke von mehr als 4 mm ist fast nur noch der Einsatz einer professionellen Industriemaschine möglich. Beim Zuschneiden ist eine sehr scharfe Schere unverzichtbar. Man schneidet mit langen und gleichmäßigen Schnitten. Zusätzlich benötigen Sie noch eine robuste, aber nicht zu dünne Nadel. Im Handel werden spezielle Nadeln für Neopren und Stretch angeboten. Diese Nadeln haben eine tiefe Hohlkehle. Dadurch bleibt der Faden nicht im zähen Neoprenmaterial hängen. Genäht wird mit stabilem Polyesternähgarn. Neopren ist leicht dehnbar. Daher beim Nähen unbedingt darauf achten, dass nicht zu viel gedehnt und gezerrt wird.

Wenn Sie sich für ein wasserdichtes Kleidungsstück aus Neopren entscheiden, muss die Naht später noch mit einem Versiegelungsband abgedichtet werden. Neopren kann auch geklebt werden, dazu gibt es passenden Neoprenkleber im Handel.

Neopren pflegen und reinigen

Damit Sie lange Freude an Ihrer Kleidung aus Neopren haben, sollten Sie einige Hinweise beachten. Beim Ankleiden immer etwas Zeit lassen. Denn hastige oder ruckartige Bewegungen können schnell Risse in der Naht hervorrufen. Auch lange oder scharfkantige Fingernägel könnten das Material beschädigen.

Neopren-Kleidung kann nicht chemisch gereinigt werden. Aber eine Wäsche in der Waschmaschine bei höchstens 30 Grad Celsius ist möglich. Neopren am besten nur gerollt oder hängend aufbewahren und nicht knicken, da sich ansonsten die Knicke dauerhaft einprägen können.

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