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DIY-Lexikon: Leinen

Leinen ist Natur pur

Leinen oder auch Flachs beziehungsweise Flachsfaser ist ein 100 Prozent ökologisches Naturprodukt. Der klassische Sommerstoff fühlt sich angenehm kühl auf der Haut an, kann jedoch in jeder Jahreszeit getragen werden. Leinen wird aus den Stängeln von Flachs hergestellt. Der Stoff hat einen edlen Schimmer und wirkt dadurch elegant und lässig zugleich. "Leinen knittert edel" heißt es und leichte Knitterfalten sind akzeptabel. In der Mitte des 19. Jahrhunderts fast völlig durch die kostengünstigere Baumwolle verdrängt, erlebt die natürliche Faser seit einigen Jahren eine Renaissance. Für die Herstellung werden weniger Chemikalien verwendet als bei Baumwolle, dadurch ist es besonders ökologisch. Halbleinen besteht in der Kette aus Baumwolle und nur im Schuss aus Flachsfasergewebe. Der Anteil an Leinen muss hier mindestens 40 Prozent betragen. Nahezu alle Leinengewebe werden gebleicht, einzige Ausnahme ist das Rohleinen.

Eigenschaften und Verwendung

Leinen ist vor allem bei Hitze ideal, denn das Gewebe ist angenehm luftdurchlässig, leitet Wärme effektiv ab und kann Feuchtigkeit gut aufnehmen. Das Material fühlt sich wohltuend kühl und trocken an. Leinen ist kochfest und dadurch sehr hygienisch, knittert allerdings leicht. Wenn Sie das nicht mögen, können Sie ein Mischgewebe wählen, beispielsweise Leinen und Baumwolle oder Modal. Zudem eignet sich der Stoff sehr gut zum Nähen von Blusen und Hemden. Auch für sommerliche Hosen, Jacken und Kleider ist er sehr beliebt.

Die richtige Pflege

Reines, ungefärbtes Leinen ist robust und verträgt die Kochwäsche ohne einzulaufen. Mischgewebe und gefärbte Leinenstoffe sollten farblich sortiert bis 40 Grad Celsius im Feinwasch- oder Pflegeleichtwaschgang gewaschen werden. Die Waschmaschine sollte dabei nur halb gefüllt sein. Wenn Sie im letzten Spülgang Bügelfix oder Stärke hinzu geben, ist der Stoff leichter zu bügeln. Damit sie lange ihre Form behalten, sollten Anzüge, Blazer und Mäntel am besten in die Reinigung gebracht werden. Nach dem Waschen wird Leinengewebe auf der höchsten Stufe 3 gebügelt. Dabei wird der Stoff entweder angefeuchtet, ein feuchtes Tuch aufgelegt oder mit Dampf gebügelt.

Tipps zum Zuschneiden

Leinenstoffe ohne Muster können ohne Beachtung der Fadenrichtung zugeschnitten werden. Es ist egal, ob die Kanten der Schnittteile nach unten oder nach oben zeigen. Bei Stoffen mit Muster sollten Sie sich an der Richtung des Musters orientieren und die einzelnen Teile des Schnitts so anlegen, dass die unteren Kanten bei allen Teilen in eine Richtung verlaufen.

Tipps zum Nähen

Für feines Leinengewebe eignen sich vor allem dünne Nadeln der Stärke 70 bis 80. Bei grobem Flachsgewebe empfiehlt sich eine stärkere Nadel mit der Stärke 90. Zum Nähen eignet sich das übliche Nähgarn aus Polyester. Nach der Dicke des Stoffs richtet sich die Größe der Stiche. Für feines Leinen wählen Sie eine Stichlänge bis 2 Millimeter. Bei grob gewebten Stoffen arbeiten Sie mit einer Stichlänge von etwa 3 Millimetern. Für Ziernähte sollten Sie spezielles Knopflochgarn verwenden oder das Nähgarn doppelt nehmen.

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