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DIY-Lexikon: Hanf

Hanf, eine alte Textilfaser kehrt zurück

Bis ins 19. Jahrhundert gehörten die Hanffasern zu den weltweit am meisten gehandelten Waren. Die Erfindung der Baumwollspinnmaschinen und billige Baumwollimporte führten jedoch zum Siegeszug der Baumwolle und ließen den Nutzhanf in Vergessenheit geraten. Da sich die Pflanze selbst vor Unkräutern schützen kann, erfolgt ihr Anbau ohne Verwendung von Pestiziden. Dadurch sind die Hanftextilien wesentlich hautfreundlicher als andere Stoffe aus Naturfasern, wovon besonders Rheumatiker und Menschen mit empfindlicher Haut profitieren.

Die besonderen Eigenschaften von Hanftextilien

Durch die gesundheitsbewusstere Lebensweise der heutigen Menschen in den Industrienationen ist man sich der wertvollen Bioeigenschaften dieser Pflanze erneut bewusst geworden. Hanffasern sind durch ihre besondere Beschaffenheit Schmutz abweisend und strapazierfähig. Der Stoff ist wärmer, reißfester und hat eine bessere Feuchtigkeitsregulierung (30 Prozent Feuchtigkeitsaufnahme) als Baumwolle. Er klebt nicht auf der Haut fest und ist im Sommer angenehm kühl und im Winter wärmend. Dabei ist die Faser weich und anschmiegsam und umschmeichelt sanft die Haut. Im Gegensatz zu Synthetikkleidung bleibt die Textilie auch an heißen Tagen frisch und ohne Geruchsbildung.

Nützliche Tipps zum Nähen und Verarbeiten

Bei den Hanftextilien handelt es sich um Naturfasern und als solche neigen diese zu einem Einlaufen (etwa zehn Prozent) bei der ersten Wäsche. Ein weiteres, noch etwas stärkeres Schrumpfen erfolgt im Wäschetrockner. Deshalb ist es notwendig, den Stoff vor dem Zuschneiden zu waschen und auch in den Trockner zu geben. Die volle Saugkraft erreicht dieses Biomaterial erst nach dem ersten bis dritten Waschgang. Da es sich bei dem Stoff um ein Strickgewebe handelt, sollten Sie zum Nähen an der Nähmaschine Jerseynadeln verwenden und ein Baumwollgarn in der Farbe des verwendeten Stoffes. Nachdem Sie den Stoff mit dem Rollschneider zugeschnitten haben, machen Sie bitte eine Stütznaht aus Zickzackstichen zur Kantensicherung. Die Fadenspannung und der Nähfußdruck müssen eventuell etwas reduziert werden, damit sich das Material beim Nähen nicht verzieht. Sollte sich der Stoff beim Verarbeiten trotzdem wellen, verstärken Sie die Nähte mit dünnem, wasserlöslichem Vlies.

Wichtige Pflegehinweise

Sie können Hanftextilien ganz normal in der Waschmaschine bis 60 Grad (teilweise auch 90 Grad) waschen und auch den Wäschetrockner dafür benutzen, was diesen Stoff besonders weich macht. Nur beim Waschmittel ist etwas Vorsicht geboten, da diese Naturfasern nicht gut auf das Rieselmittel Kieselgut reagieren, was sich in den Hanffasern festsetzt. Durch dieses Kieselgut werden die Fasern vorzeitig brüchig. Ob dieser Zusatz immer noch bei den Pulverwaschmitteln eingesetzt wird und wenn ja in welchen, ist nicht so genau bekannt. Um kein Risiko einzugehen, sollten Sie deshalb zu einem Biowaschpulver greifen oder ein Flüssigwaschmittel wählen, da diese kein Rieselmittel enthalten. Gebügelt werden kann dieser Stoff bei mittlerer bis höherer Temperatur, aber da sollten Sie sich in jedem Fall genauer über die Pflegehinweise auf dem Etikett informieren.

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