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DIY-Lexikon: Elasthan

Elasthan – dehnbare Fasern für passgenaue Kleidung

Bei Elasthan handelt es sich um chemisch hergestellte Fasern mit hoher Elastizität und Dehnbarkeit. Die Fasern lassen sich bis auf das Dreifache ihrer Ursprungslänge dehnen, gehen aber nahezu gänzlich wieder in ihre Ausgangsform zurück. Elasthan liegt ein Blockcopolymer zugrunde, das einen Massenanteil von mindestens 85 % Polyurethan enthält. Damit ähnelt Elasthan Gummi, ist aber fester und allgemein stabiler.

Geschichte des Elasthan

1959 kam Elasthan erstmals unter der Bezeichnung Fibre K in Amerika auf den Markt. Das zugehörige Verfahren wurde von Joseph Shivers in der Firma DuPont entwickelt und war darauf ausgelegt, die Fasern großtechnisch herzustellen. Das erste Elasthan war ein Multifilamentgarn und wurde schon aus Polyurethan gefertigt. Ein paar Jahre später wurden die Fasern in großen Mengen vertrieben. Unter der uns bekannteren Marke Lycra wird es seit 2005 von dem Unternehmen Invista in Deutschland vermarktet. Seit 2007 stellt übrigens auch die Bayer AG Multifilamentgarn aus Polyesterurethan unter dem Namen Dorlastan her.

Eigenschaften

Elasthan besteht neben Polyurethan aus Polythylenglykol. Ersteres bildet gestreckte und steife Abschnitte, die sich nebeneinander anlagern. Sogenannte Nebenvalenzkräfte sind dafür verantwortlich, dass die Fasern so zusammenhalten. Die Polyalkoholblöcke hingegen sind für das Gummiartige verantwortlich und zusammengeknüllt. Die Mischung aus elastischen und steifen Blöcken ist für die Dehnbarkeit von Elasthan zuständig. In Prozent angegeben kann die Dehnung bis zu 700 % betragen. Der Vorteil ist, dass Elasthan weich und sehr leicht ist. Zudem ist es leicht färbbar und lädt sich nicht statisch auf.

Verwendung

Elasthan wird vor allem in Kleidung verarbeitet, die sehr passgenau und dehnbar sein muss. Dies gilt insbesondere für Sportkleidung oder Unterwäsche. Aus Bequemlichkeitsgründen wird Elasthan meistens mit anderen Fasertypen gemischt, wobei der Elasthananteil in der Regel einen geringeren Prozentsatz der Mischung ausmacht.

Häufige Anwendungsbereiche sind auch

- Strumpfhosen

- Badebekleidung

- Miederwaren

- Fetischbekleidung

Pflegetipps

Da Elasthan inzwischen in nahezu allen Kleidungsstücken – wenn auch nur zu zwei oder drei Prozent – enthalten ist, muss hier besonders auf die Pflege geachtet werden. Kleidung mit Elasthan neigt schnell dazu, auszuleiern. Aus diesem Grund sollten solche Kleidungsstücke nie heißer als 30 Grad gewaschen werden. Der Grund dafür ist, dass synthetische Fasern bei großer Hitze brechen. Die Folge: Die Fasern flusen aus dem Stoff heraus. Essig in der Wäsche kann zusätzlich helfen, die Kleidungsstücke zu erhalten. Auf das Schleudern sollte allgemein lieber verzichtet werden. Ansonsten schont Flüssigwaschmittel die Kleidung eher als Pulver. Nach dem Waschen sollten Sie Kleidung mit einem hohen Elasthananteil übrigens lieber im Liegen trocknen, um die Fasern nicht mehr als nötig zu beanspruchen.

Tipps zur Verarbeitung

Stoffe, die mit Elasthan versetzt sind, heißen Stretchstoffe. Bei diesen Geweben sollte beim Zuschneiden sehr genau auf den Fadenlauf geachtet werden, da sie sich schnell verziehen. Bei Elasthananteilen mit mehr als 2 % sollten Sie beim Nähen einen Stretchstich oder Zickzackstich verwenden. Ansonsten genügt es oft schon, die Fadenspannung etwas zu reduzieren. Bei Unsicherheiten können Sie zuvor an einem Reststück das Nähverhalten des Stoffes testen. Platzt die Naht danach beim Dehnen in Nahtrichtung auf, muss ein Zickzackstich verwendet werden. Außerdem sollten Sie darauf achten, beim Nähen nicht am Stoff zu ziehen – sonst wirft er in der Naht Falten.

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