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DIY-Lexikon: Brokatstoff

Brokatstoff – das glänzenden Gewebe für edle Textilien

Brokatstoff ist ein edles Gewebe mit glänzender Oberfläche und stillvollen Mustern. Früher demonstrierte der Stoff Reichtum und eine hohe Stellung. Heute werden daraus modische Accessoires sowie Möbel und Tapeten hergestellt.

Was genau ist Brokatstoff?

Brokatstoff ist ein glänzender atlasbindiger Stoff aus reiner Seide (Seidenbrokat) oder einem Viskosefilamentgarn namens Rayon. Neben Seide kommen dafür vor allem Baumwolle, synthetische Fasern sowie Mischgarne zum Einsatz. Bei der Atlasbindung wird der Schussfaden zunächst unter einem Kettfaden durchgeführt und läuft anschließend über mindestens drei Kettfäden. Dadurch dominieren auf der Unterseite des Stoffs die Kettfäden und auf der Oberseite die parallel verlaufenden Schussfäden. Diese sorgen für den typischen Glanz des Brokatstoffes. Außerdem werden Gold- oder Silberfäden in das jacquardgemusterte Gewebe eingearbeitet. Die Bezeichnung Brokat stammt von dem lateinischen Wort broccare, was so viel wie sticken bedeutet. Seinen Ursprung hat das Material in Ostasien, wurde aber seit dem 14. Jahrhundert auch in Europa, zunächst in Italien, angefertigt.

Die Eigenschaften von Brokatstoff

Brokatstoffe sind für ihre jacquardgemusterte Oberfläche bekannt. Diese ist aufgrund der Atlasbindung besonders eindrucksvoll. Zudem wirkt sie aufgrund der Gold- oder Silberfäden sehr edel. In der Regel ist der Stoff fest und relativ schwer, aber dennoch sehr empfindlich.

Die Verwendung von Brokatstoff

Brokatstoff dient vor allem als Möbel- oder Tapetenstoff, wobei Seidenbrokat nicht für Möbel geeignet ist. Aber auch Schuhe, festliche Kleidung, edle Accessoires, Taschen und Prunkgewänder werden daraus hergestellt. Früher diente Brokatstoff vor allem reichen Adligen und kirchlichen Würdenträgern als Gewand. Das edle Gewebe sollte Reichtum und eine hohe Stellung nach außen hin demonstrieren. Zum Teil wird diese Tradition noch heute fortgesetzt.

Hinweise zur Pflege

Brokatstoff ist sehr empfindlich und bedarf einer sehr aufmerksamen Pflege. Am besten reinigen Sie den Stoff nur trocken. Einige wenige Brokatstoffe aus Baumwolle vertragen allerdings auch Hand- und Maschinenwäsche im Schonwaschgang. Beachten Sie dafür stets die Hinweise des Herstellers. Außerdem sollten Sie den Stoff immer als Ganzes säubern. Die Reinigung auf einer Stelle könnte ungewünschte Flecken hinterlassen.

Tipps zum Zuschneiden

Beim Zuschneiden von Brokatstoffen müssen Sie unbedingt die Richtung des Musters beachten, auch wenn diese nicht immer auf dem ersten Blick zu erkennen ist. Legen Sie dafür die unteren Kanten aller Schnittteile stets in gleicher Richtung auf den Stoff.

Tipps zum Nähen

Sowohl die Nadelstärke als auch die Stichlänge richtet sich nach der Dicke des Brokatstoffes. Für dünne Stoffe empfehlen sich eine 70er- oder 80er-Universalnadel und eine Stichlänge von ca. 2 mm. Bei dickerem Stoff nutzen Sie am besten die Nadelstärke 90 und etwas größere Stiche von ca. 2,5 bis 3 mm. Testen Sie die optimale Stichlänge zunächst auf einem Stoffrest aus. Sind die Stiche zu groß, können sich die Nähte irreversibel zusammenziehen. Nutzen Sie außerdem ein handelsübliches Garn aus Polyester.

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