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DIY-Lexikon: Baumwolle

Baumwolle: von der Naturfaser bis zum Stoff

Baumwolle ist eine Pflanzenfaser, die weltweit in vielen Gegenden angebaut und geerntet wird. Aus der Faser werden widerstandsfähige Garne und Stoffe zum Stricken, Häkeln, Weben hergestellt. Baumwollstoffe sind robust, leicht einzufärben und können viel Feuchtigkeit aufnehmen. Da der Stoff hautsympathisch ist, eignet er sich sowohl für Oberbekleidung als auch für Unterwäsche. Im Bereich Heimtextilien kommen Baumwollstoffe ebenfalls häufig zum Einsatz.

Anbau und Weiterverarbeitung von Baumwolle

Baumwollpflanzen brauchen Sonne und Feuchtigkeit, daher findet der Anbau überwiegend in warmen Ländern statt. Am hochwertigsten ist die sogenannte 'Ägyptische Baumwolle', die sehr lange Fasern hat. Die Pflanzen sind einjährig und müssen jedes Jahr frisch gepflanzt werden. Die Samenkapseln der Baumwollsträucher enthalten die flauschige, weiße Baumwolle. Nach dem Reinigungsprozess werden die Fasern gekämmt, zu Fäden gesponnen und gefärbt. Danach kann die Baumwolle zu Handarbeitsgarnen oder Stoffen weiterverarbeitet werden.

Dank verschiedener Veredelungsprozesse erhalten Baumwollstoffe eine individuelle Optik. Am bekanntesten ist das Mercerisieren. Dafür kommt die Baumwolle in eine Natronlauge und wird anschließend unter Spannung weiterbehandelt. Mercerisierte Baumwolle zeichnet sich durch eine erhöhte Festigkeit, ein großes Farbaufnahmevermögen und eine sehr gute Waschbarkeit aus. Außerdem zeigen diese Garne und Stoffe einen sanften Glanz. Des Weiteren kann Baumwolle im Verarbeitungsprozess zu transparenten Stoffen veredelt werden. Mit der Beimischung von Kunstharzen oder synthetischen Fasern erhöht sich die Knitterfestigkeit des Stoffes.

Stoffe und Garne aus Baumwolle sind – je nach Zusätzen und Verarbeitungsprozess – von 30 °C bis zu 95 °C waschbar. Stoffe, die mit hohen Temperaturen gewaschen werden können, gelten als besonders hygienisch. Aus diesem Grund findet Baumwolle für Baby- und Krankenwäsche ebenso Verwendung wie für Handtücher.

Verschiedene Webarten für Baumwolle

Stoff ist nicht gleich Stoff: Baumwollstoffe sind dafür das beste Beispiel. Das Rohmaterial kann zu vielen unterschiedlichen Stoffen weiterverarbeitet werden. Entscheidend dafür ist die jeweilige Webart. Gabardine, Köper, Cordsamt und Popeline sind beispielsweise besonders widerstandsfähig. Batist und Nessel aus Baumwolle zählen zu den transparenten, etwas empfindlicheren Geweben. Mit Baumwollsamt steht ein weiches Material mit samtigem Flor zur Verfügung. In der maschinell verstrickten Version entstehen aus Baumwolle Jerseystoffe für die Herstellung von Shirts und Jogginghosen. Wer selbst näht, ist mit einer Overlockmaschine gut beraten. Dieser Nähmaschinentyp ist für das Nähen von Jerseystoffen besonders gut geeignet.

Handarbeiten mit Baumwollgarnen

Baumwolle eignet sich besonders gut für leichte und luftige Sommersachen. Wenn Sie noch wenig Erfahrung mit Stricken und Häkeln haben, starten Sie mit einem Schal. Passen Sie die Nadelstärke an die Wollstärke an und wählen Sie ein einfaches Muster, zum Beispiel glatt rechts oder feste Maschen. Sobald Sie sich sicherer fühlen, können Sie kompliziertere Muster verwenden. Der Weg bis zum ersten eigenen Pullover ist jetzt nicht mehr weit!

Nähen mit Baumwollstoffen

Stoffe aus Baumwolle lassen sich sehr gut verarbeiten. Legen Sie den Schnitt auf und übertragen Sie die Umrisse mit Schneiderkreide oder Schneiderkopierpapier. Wenn Sie einen gemusterten Stoff verwenden, berücksichtigen Sie den Rapport. Dann sieht das fertige Teil perfekt aus. Nach dem Zuschnitt heften Sie die Teile zusammen und beginnen mit dem Nähen. Der griffige Stoff liegt gut unter dem Nähfüßchen und kann nicht verrutschen. Dadurch haben bereits Anfängerinnen schöne Erfolgserlebnisse an der Nähmaschine. Nach dem Schließen der Nähte versäubern Sie die Kanten mit einem Zickzackstich – damit verhindern Sie das Ausfransen. Baumwollstoffe sind ein ideales Material für viele Kleidungsstücke, aber auch Kissen und Vorhänge können Sie aus den vielseitigen Stoffen herstellen.

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