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Diskriminierung in Deutschland: Ausgegrenzt, weil arbeitslos und arm

Lisa (15) wird in der Schule gehänselt, weil ihr Vater keinen Job hat

Wer arm ist in Deutschland, wer keinen Job hat, wer die falschen Klamotten trägt, der wird oft Opfer von Hänseleien, von Ausgrenzung, Ablehnung und sogar von körperlichen Übergriffen. Reporterin Alexandra Wahl geht der Diskriminierung von Arbeitslosen und Armen auf den Grund. Sie kommt zu erschreckenden Ergebnissen: Selbst die Antidiskriminierungsstelle des Bundes kann nur mit den Achseln zucken. Betroffene müssten die Diskriminierung erdulden. Es gebe keine gesetzliche Handhabe.

Lisas Vater verlor seinen Job vor sechs Jahren. Zwei Schulter-OPs machten es ihm unmöglich, dass er weiter in seinem Job als Altenpfleger arbeitet. Seitdem ist er arbeitslos. Und seitdem ist die Tochter den Hänseleien der Mitschüler und der Diskriminierung sogar durch Lehrer ausgesetzt.

Der Teufelskreis schließt sich: Hartzer bleibt Hartzer

Klar, dass Lisa nur noch ungern zur Schule geht. Das Mobbing belastet das Mädchen extrem. Jeder Tag bringt neue Beleidigungen und Demütigungen, neuen Kummer und neuen Frust. Kinder, die das erdulden müssen, haben kaum eine Chance, sich normal zu entwickeln, einen guten Schulabschluss zu machen und später einen vernünftigen Job zu bekommen. Der Kreis schließt sich: Wer aus einer Hartzer-Familie kommt, wird später selbst Arbeitsloser.

Reporterin Alexandra Wahl macht auch noch einen Selbsttest: Wie ergeht es armen Menschen, die in einem "besseren" Geschäft einkaufen möchten? Werden sie anders behandelt, wenn man ihnen die schlechte soziale Lage ansehen kann? Und tatsächlich: Als sich die Reporterin "arm" stylt, erfährt sie, wie es ist, wenn man wie Luft behandelt wird.

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