Diskriminierender Kündigungsgrund: Assistentin war dem Chef zu sexy

Diskriminierender Kündigungsgrund: Assistentin war dem Chef zu sexy
Diskriminierender Kündigungsgrund: Die Assistentin war dem Chef zu sexy © picture alliance / Bildagentur-o

Ist "zu sexy" wirklich ein Kündigungsgrund?

"Sie ist unwiderstehlich attraktiv" - mit dieser Begründung wurde Zahnarzthelferin Melissa Nelson (32) gekündigt. Aus Angst, seine Frau zu betrügen, feuerte ihr Chef James Knight (53) die Blondine kurzerhand. Und bekam dafür von einem US-Gericht auch noch recht.

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Zehn Jahre hatte Melissa Nelson in Knights Zahnarzt-Praxis in Iowa City (USA) gearbeitet. In dieser Zeit wuchs das Verlangen ihres Chefs. Vor einem Jahr fiel dem Zahnarzt Melissas enge Kleidung auf, die ihn laut eigenen Angaben von der Arbeit ablenkte. "Wenn sich meine Hose wölbt, wissen Sie, dass Ihre Klamotten zu knapp sind", soll er zu der jungen Mutter gesagt haben. Seinen Konflikt beschrieb Knight folgendermaßen: Es war, "als hätte ich einen Lamborghini in der Garage und dürfte ihn nie fahren." Knight wollte seiner Frau um jeden Preis treu bleiben - von privaten SMS nach Dienstschluss hielt das den Arzt aber trotzdem nicht ab. Dann wurde es ihm aber anscheinend zu heiß: "Ich hätte Melissa nicht länger widerstanden." Es folgte die Kündigung.

US-Gericht akzeptiert Kündigungsgrund "zu sexy"

Der Gedanke, dass zu einer Affäre immer noch zwei gehören, ist James Knight anscheinend dabei nie gekommen. Denn seine Ex-Assistentin Melissa ist glücklich verheiratet und war an einem Verhältnis mit ihrem Chef nicht interessiert. Für den Obersten Gerichtshof von Iowa hatte diese wichtige Tatsache anscheinend ebenfalls keinerlei Bedeutung. Die "Rettung einer Ehe" war für das Gericht, das übrigens nur mit Männern besetzt war, wichtiger als einer Mutter ihren Job zu lassen.

"Das ist nicht fair, ich habe immer prima meinen Job gemacht. Ich wäre nie gefeuert worden, wenn ich ein Mann wäre. Außerdem trug ich immer langärmelige Shirts und Arztkittel", beklagt sich Melissa. Jetzt muss sie sich als Kellnerin durchschlagen. Auch Melissas Anwältin Paige Fiedler ist empört über das Urteil: "Das öffnet Chefs Tür und Tor für solche Entlassungen. Das Gericht sprach Männer von der Verantwortung für ihre Sex-Begierden frei."