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Diphterie: Was Sie über die Kinderkrankheit wissen müssen

Diphterie
Diphterie: Dank verbesserter hygienischer Bedingungen und guter Impfraten ist die Kinderkrankheit in Deutschland so gut wie ausgerottet. © picture-alliance/ ZB, Patrick Pleul

Diphterie: Der 'Würgeengel der Kinder'

Diphterie ist eine hochansteckende bakterielle Infektionskrankheit, die sogar tödlich enden kann. Aufgrund der guten Impfraten und verbesserter hygienischer Bedingungen kommt die Krankheit in Deutschland nur noch sehr selten vor. Früher wurde die Krankheit als 'Würgeengel der Kinder' bezeichnet.

Die häufigste Form der Diphterie ist die Rachendiphterie, bei Säuglingen auch die blutige Nasendiphterie, In tropischen Ländern ist auch die Haut-und Wunddiphterie verbreitet. Die Symptome ähneln zunächst einer klassischen Angina: Zwei bis drei Tage nach der Ansteckung beginnt die Rachendiphterie mit plötzlichen Schluckbeschwerden und Fieber.

Der Nasen-Rachen-Raum ist entzündet, Schleimhaut und Lymphknoten sind geschwollen. Ein zunächst grauweißer, später dann bräunlicher Belag überzieht den Rachen. Weil dieser Belag aussieht, wie ein Häutchen wird dieser 'Pseudomembran' genannt. Dieses Häutchen macht auch Probleme beim Schlucken, Atmen und Sprechen. Das kann sogar zu Erstickungsanfällen führen. Die Diphterie-Bakterien können Organe wie das Herz, Leber sowie Nieren und Nebennieren schädigen.

Wie lang ist Diphterie ansteckend?

Nach Ansteckung dauert es zwei bis sechs Tage, bis sich die ersten Symptome zeigen. Schon jetzt ist der Erkrankte ansteckend. Diphteriekranke müssen isoliert werden, um andere zu schützen.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Sofort! Eine frühzeitige Erkennung des Diphterie ist sehr wichtig. Unbehandelt oder zu spät erkannt führt sie nämlich in 30 Prozent aller Fälle zum Tod. Jeder Diphteriefall ist übrigens meldepflichtig.

Wie wird Diphterie therapiert?

Der Arzt wird sofort, also schon bei Verdacht auf Diphterie, ein Gegengift geben, nämlich das Diphterie-Antitoxin. Das neutralisiert das von den Bakterien produzierte Gift, solange es noch nicht die Organe angegriffen hat. Außerdem werden Erkrankte mit Antibiotika behandelt. Die Patienten werden während der Krankheit permanent überwacht, denn sogar bei rechtzeitiger Therapie liegt das Risiko, an Diphterie zu sterben noch immer bei 5 – 10 %.

Bin ich danach gegen Diphterie immun?

Nicht immer ist man nach überstandener Erkrankung gegen Diphterie immun, daher sollte der Schutz getestet werden und ggf. noch mal geimpft werden.

Wie kann ich mich gegen Diphterie schützen?

Impfen, impfen, impfen – das ist der einzige Schutz gegen Diphterie. So werden Babys im dritten, vierten, fünften sowie zwischen dem 12. und 15 Lebensmonat geimpft, um eine Grundimmunisierung zu erreichen. Die ständige Impfkomission empfiehlt zudem eine Auffrischimpfung zwischen dem 11. und 18. Lebensjahr und dann alle zehn Jahre.

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