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Dioxin-Eier: Die wichtisten Fragen und Antworten

Dioxin-Eier: Die wichtisten Fragen und Antworten
© dpa, Jens Büttner

Die wichtigsten Fragen

Nach dem Fund von Dioxin in Bio-Eiern aus Nordrhein-Westfalen vor Ostern wurden nun in Eiern aus zwei Legehennenbetrieben in Niedersachsen stark erhöhte Werte des Ultragifts Dioxin nachgewiesen.

Für Menschen habe keine Gefahr bestanden, da auch bei Verzehr mehrerer Eier die aufgenommene Dioxin-Menge zu gering sei, um die Gesundheit zu gefährden. Die betroffenen Eier sollten Verbraucher und Handel trotzdem schnellstmöglich entsorgen.

Die wichtigsten Antworten zum Dioxin-Skandal

Woran erkenne ich belastete Eier?

Rein äußerlich ist dem Ei natürlich nicht anzusehen, ob es verseucht ist. Für den Konsumenten gibt es aber den Erzeugercode auf den Eiern. Die belasteten Serien haben wir für Sie in einer Tabelle (siehe Link) aufgeführt. Wenn Sie Eier kaufen, vergleichen Sie also den Code.

Wie gefährlich ist Dioxin?

Ein kurzfristiger Konsum belasteter Eier führt weder zu einer akuten noch zu einer chronischen Vergiftung. Auch das Risiko für Krebs erhöht sich in diesem Fall nicht. Dioxine stellen allerdings eine langfristige Gefahr dar, da sie sich im menschlichen Fettgewebe anreichern. Dioxin schlummert also im Körper, mit bislang unklaren Folgen. Sichtbare Auswirkungen wie die sogenannte Chlorakne treten erst durch eine immens starke Belastung auf – beispielsweise, wenn Menschen im Rahmen eines Chemieunfalls mit großen Mengen in Berührung kommen.

Dioxin ist überall

Wie lange bleibt Dioxin im Körper?

Dioxine haben eine sehr lange Halbwertszeit. Das heißt, es kann Jahre bis Jahrzehnte dauern, bis der Körper die Chemikalie wieder los wird - und dieser Fall ist rein hypothetisch, da jeder Mensch täglich mit etwas Dioxin in Verbindung kommt. (Über Lebensmittel nimmt jeder Mensch etwa ein Billionstel Gramm pro Tag und Kilo Körpergewicht zu sich). Die rund 200 verschiedenen Dioxin-Arten und ihre chemisch verwandten Stoffe benötigen unterschiedlich lange, bis sie abgebaut sind.

Was richtet Dioxin an und wo lagert es sich ab?

Produkte mit hohem Fettgehalt sind besonders anfällig, denn Dioxin lagert sich im Fettgewebe ab. Beim Schwein enthält dann die Schwarte mehr Dioxin als das Muskelfleisch, Eidotter mehr als Eiweiß. Fettreiche Fische wie Aal, Lachs oder Makrele und die Leber verschiedener Tiere gelten ebenfalls als anfällig für eine hohe Dioxin-Belastung. Auf pflanzlichen Lebensmitteln wie zum Beispiel Salat kann sich Dioxin wie ein Film ablagern.

90 bis 95 Prozent des Dioxins stammen aus tierischen Nahrungsmitteln, zwei Drittel davon aus Fleisch und Milchprodukten. Selbst Gemüse kann Dioxine enthalten.

Dioxin verändert das Proteinmuster der Zellen. Das kann zu einem Tumor führen. Auch Leberschäden sind möglich. Da das Gift sich in den Fettzellen anreichert, wird es nur sehr langsam abgebaut.

Wie erkennt man eine Dioxin-Vergiftung?

Normalerweise erkennt man dies an einer Hautveränderung, der sogenannten Chlorakne, die allerdings nur ein Anzeichen für eine akute Vergiftung und damit eine heftige Dioxinbelastung ist.

Welche Eier kann man überhaupt essen?

Theoretisch können Sie alle Bio-Eier essen, da Biobetriebe von den großen Futterherstellern nicht beliefert werden dürfen. Nach der EU-Öko-Verordnung dürfen Bio-Futtermitteln keine isolierten Fettsäuren zugesetzt werden. Natürlich gibt es keine Gewissheit, dass sich alle Bio-Eier-Produzenten auch tatsächlich daran halten. Dennoch dürfte die Wahrscheinlichkeit sehr gering sein, dass Bio-Eier dioxinverseucht sind.

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