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Dieser Milch-Spot provoziert: 'Mamas Milch war gestern'?!

Die Frau als Melkmaschine und Lustobjekt: Dieser Milch-Spot provoziert!

Stellen Sie sich doch bitte einmal folgendes Szenario vor: Zu sehen ist eine Frau, die wie in einer Mariengestalt ein Baby in steriler Kulisse stillt. Plötzlich sackt die Frau in sich zusammen und hört mit dem Stillen auf. Erst jetzt fällt auf: Sie ist eigentlich eine Maschine. Damit das Baby nicht verhungern muss, ist Rettung auf dem Weg. Ein Mann mit unterschiedlichen Socken - warum auch immer - kommt herbeigeeilt und füllt die Maschine mit einer Milchkapsel 'Plain Milk' auf. Mit dieser erwacht die Maschine wieder zum Leben und stillt das Baby weiter.

Dann plötzlich ein Kulissenwechsel: Eine blonde, attraktive Frau tritt ins Bild. Sie trinkt Milch aus einer Dose, leckt sich demonstrativ den Milchschaum von den Lippen und haucht anschließend ein verführerisches "Muh" in die Kamera. Die Botschaft der Werbespot-Macher: "Mamas Milch war gestern".

Nun zu Ihnen. Sie sind verwirrt? Wenn ja, dann ist Ihre Reaktion nicht allzu überraschend. Denn schaut man sich die Werbekampagne für ein neues Milchgetränk an, so entsteht pure Verwirrung. Doch nicht nur das - für den skurrilen Werbespot hagelt es nämlich ordentlich Kritik. Experten sind sich nämlich einig: Die provokante Werbekampagne zerstört etwas Elementares zwischen Mutter und Kind! "Das Frauenbild, das im Spot transportiert wird, ist fast schon mittelalterlich. Die Mutter als Melkmaschine und am Ende sogar als Lustobjekt des Mannes – nicht besonders modern", so das Fazit von Werbeexperten Benedikt Göttert.

Die Milch, die im umstrittenen Video beworben wird, ist übrigens ein Lifestyle-Dosen-Getränk für Erwachsene, kostet im Vergleich zu normaler Milch mindestens das Vierfache und bewirbt eine Zielgruppe aus Business-Leuten, Nachtschwärmern und Studenten. Ob diese sich jedoch mit diesen Bildern tatsächlich angesprochen fühlen, bleibt fraglich. Denn was die Verantwortlichen bei der Werbestrategie für ihr Milchprodukt anscheinend nicht bedacht haben: Ein Werbespot mit einer 'stillenden Frau' als Protagonistin, ist vor allem für die Frauenwelt interessant.

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