LIEBE LIEBE

Die zweite Frau: Wenn der Partner bereits verheiratet war

Die zweite Frau: Wenn der Partner bereits verheiratet war

Die zweite Frau: Im Schatten der Ex-Frau

Man hört und liest viel über das Leid jener armen Frauen, die mit einem Mann zusammen sind, der bereits verheiratet war und aus dieser Beziehung Kinder mit einer anderen Frau hat. Die zweite Frau zu sein, das bedeutet immer, möchte man meinen, dass man auch an zweiter Stelle steht. Der Mann hat weniger Geld, weil er an die erste Familie zahlen muss, der Mann will vielleicht keine Kinder mehr, weil er schon drei Kinder hat. Der Mann empfängt an den Wochenenden seine Kinder, so dass man das Leben mit ihm nicht uneingeschränkt genießen kann. Und manchmal ruft die Exfrau in einem wirklich ungeeigneten Moment an und sagt aus Versehen, dass sie „ihren“ Mann sprechen wolle. Da geht ihre Nachfolgerin an die Decke.

Man merkt an meiner Formulierung, dass ich den Frauen glaube, dass ihnen aus Versehen diese Formulierung „mein“ Mann rausgerutscht ist. Ich bin nämlich geneigt, eine Lanze für die erste Frau zu brechen. Eine Lanze der Mitmenschlichkeit.

Seit 2008 gibt es keinen Unterhalt mehr für die Ex-Gattinnen, wenn die Kinder älter als drei Jahre alt sind. Kaum eine Frau also profitiert noch materiell von einer Trennung. Insofern können sich die zweiten Frauen nicht beklagen. Meistens muss sie sehen, wie sie sich durchbringt, der Kindersunterhalt reicht ja nicht für drei Menschen. Das ist ein schweres Leben. Aber ich will nicht von Geld reden.

Ich sehe überall, dass die zweiten Frauen in der Regel sehr dominant sind, den Mann gern bevormunden, was seine Lebensführung angeht. Dies aus einem ehrenhaften Grund: Sie denken häufig, sie müssten den Mann vor der ersten Frau in Schutz nehmen. Denn meistens sind es ja die Frauen, die gegangen sind. Die zweiten Frauen halten die erste Frau für herzlos, weil sie den Mann in die Wüste geschickt hat, weil er erzählte, wie ihn das aus der Bahn geworfen hat. Dabei haben die Frauen niemanden in die Wüste geschickt, zu Hause war schon Wüste, Wüste der Gefühle! Männer merken das nicht. Sie gehen zwar auch freiwillig aus der Wüste, aber erst dann, wenn sie eine neue Dame ihres Herzens gefunden haben. Selbst wenn sie in ihrer Beziehung kreuzunglücklich sind, harren sie aus, bis die neue Beziehung, die sie bis dahin heimlich führen, in eine sichere Zukunft trägt.

So fühlen sich die Ex-Frauen dabei

Frauen dagegen haben den Mut, zu gehen, wenn die Ehe kaputt ist. Auch ohne Aussicht auf eine neue Partnerschaft. Das hat seinen Preis. Während der Ex-Mann längst in festen Händen ist, sind die Ex-Frauen oft lange Single. Weil Frauen eben einfach anspruchsvoller sind. Das Single-Dasein ist am Anfang vielleicht eine Erleichterung, macht vielleicht sogar Spaß. Doch nach ein paar Jahren ist Schluss mit lustig. Man sitzt am Wochenende da, macht die Wäsche, dreht Däumchen. Und dann kommen die Kinder vom Ex nach Hause, schwärmen, wie schön es dort war, weil ein Wochenend-Papa eben ein toller Papa ist. Klar, man sieht ihn selten, er verbietet einem fast nichts, drückt beide Augen zu in jeder Hinsicht. Friede, Freude, Eierkuchen. Und die neue Frau ist auch viel fröhlicher als Mama.

Aua. Die erste Frau hat den ganzen Alltag an der Backe, dazu der Job, dann noch kein Liebster in Sicht, der sie aufbaut und küsst und liebt. Ist es nicht verständlich, dass sich diese Frauen manchmal wie eine Magd fühlen? Wie der Putzlappen der Nation. Sie haben sich getrennt, weil sie das ganz Große im Leben wollten, nun stehen sie mit leeren Händen da. Meistens ist diese emotionale Flaute-Zeit temporär. Dann kommt ein neuer Mann, und das Aschenputtel-Dasein ist schnell vergessen.

Doch während der grauen Phase sieht man kein Ende des Tunnels, ich weiß das von vielen Frauen. Ich bitte also an dieser Stelle um Nachsicht für die Ex-Frauen, die eben auch oft das Nachsehen haben und leiden, nicht nur die neuen Frauen.

Wer jetzt denkt, dass aus dieser Not heraus die Ex-Frauen doch nicht aus Versehen zu ihrer Nachfolgerin sagen, dass sie „ihren“ Mann sprechen wollen, der hat möglicherweise sogar Recht. Ich rufe aber zur Milde auf!

Denn: Alle Frauen sitzen in einem Boot, jede ist mal die erste, mal die zweite Frau.

So ist das Leben, so ist die Liebe - Eure Birgit

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