Die perfekte Geburt: Wie sieht die ideale Entbindung aus?

Die perfekte Geburt: Wie sieht die ideale Entbindung aus?
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Wann ist eine Geburt perfekt?

Frauen können bei der Geburt einen Orgasmus kriegen! Also es gibt nicht Momente, wo ich geschockt „WAAAAS? Das gibt’s doch nicht!“ ausrufe, aber diese Meldung gehört definitiv dazu. Das Pressen, die Wehen, ein Pulk gestresster Ärzte und Schwestern und mittendrin schreit die Gebärende - vor Lust? Das soll es tatsächlich geben. Warum das so ist, und warum ich plötzlich die noble Herzogin Kate mit ganz anderen Augen sehe.

Von Dagmar Baumgarten

Gehört die berühmteste Neu-Mama der Welt etwa zu den wenigen Auserwählten, die ausgerechnet im Kreißsaal einen sexuellen Höhepunkt haben? Angeblich erleben das nämlich 0,3 % der Gebärenden. Das würde Kates begeisterte Schilderung, dass sie mit ihrem Mini-Prinz George die perfekte Geburt hatte, natürlich erklären.

Sie setzte dann schnell mit der Erklärung nach, dass es so toll war, weil alles so normal und natürlich war. Sie brauchte nicht mal Schmerzmittel.

Tja, da denkt man, dass so eine Geburt doch irgendwie für alle Frauen ähnlich ist. Aber von wegen. Die perfekte Geburt hat erstaunlich viele Facetten. Bei vielen Promis sieht sie so aus: erst mal den perfekten Geburtstermin ausrechen, also einen, wo die Zahlen besonders hübsch auf einer Geburtstagskarte mit goldenen Lettern aussehen, dann den besten In- Arzt für den Kaiserschnitt buchen. Nicht vergessen: Den skrupellosesten Schönheitschirurg ebenfalls einfliegen lassen, damit der, sobald die Nabelschnur durchtrennt ist, mit der Bauchstraffung beginnen kann. Ach ja und solange die Narkose noch wirkt, kann er der Neu-Mama, auch gleich noch eine Doppelportion Botox ins Gesicht knallen!

Tja, diese Kaiserschnitt- Fetischistinnen sind ganz schön dumm, denn sie verpennen die Chance auf eine „Ahhh und oh, oh Gott!“ – Geburt! Eigentlich kann man sich das gar nicht vorstellen, dass der Vorgang, den man doch vor allem mit Schmerzen und Blut in Verbindung bringt, irgendwie gleichzeitig auch Lust hervorrufen kann. Aber es soll tatsächlich möglich sein! Das darf man natürlich keinem Mann erzählen. Die schönen Sprüche, die man dem Göttergatten vor den Latz knallen kann, wenn ihn mal wieder ein leichter Schnupfen dahinzuraffen droht, sind ja dann alle hinfällig. Diese „boah, ihr Männer seid solche Weicheier- wenn ihr mal eine Geburt mitmachen müsstet! Das würdet ihr doch gar nicht packen- Aussterben würden wir!“- Vorwürfe verlieren natürlich extrem an Glaubwürdigkeit, wenn bei mancher Geburt noch viel mehr kommt, als nur ein Baby.

Die Chancen auf solch eine Spezial-Geburt soll vor allem daran liegen, mit welcher Grundeinstellung die Frau sich auf das Gebären einlässt. Keine Chance aufs Orgasmus-Baby hat, wer, wie ich bislang, schon davon ausgeht, dass das alles sehr weh tut, und man sich mit jeder Wehe langsam und stetig in die Hölle der Schmerzen reinpresst. Dabei verkrampfen die Muskeln nur, was Stresshormone freisetzt. Die erhöhen dann zusätzlich das Schmerzempfinden. Und statt Lust gibt’s unnötige Leiden. Wer da völlig unbefangen rangeht, kann durch die extreme Dehnung und vor allem die Hormone in einen Zustand geraten, der wie ein Orgasmus ist. Denn besonders wenn die Geburt in einem Umfeld von Geborgenheit und Vertrauen stattfindet, fluten Serotonin; Endorphine und Oxytocin durch die werdende Mama. Und das soll solche Glücksgefühle freisetzen, dass sich das wie ein enormer Höhepunkt anfühlt.

Das ist nicht nur graue Theorie, sondern es gibt tatsächlich Frauen, die erzählen, dass sie genau das erlebt haben. Und auch Hebammen berichten, dass sie das wirklich schon mal gesehen haben.

Wer weiß wie viele es wirklich waren, denn über so ein Tabu-Thema möchten die meisten auf keinen Fall reden. Wenn überhaupt, dann deutet man es an. Man könnte es zum Beispiel so formulieren, dass man die perfekte Geburt hatte…

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