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Die LOGI-Methode: Wir haben für Sie vier Wochen getestet

Diät-Check: Die LOGI-Methode
Diät-Check: Die LOGI-Methode Die LOGI-Diät ist nichts für Naschkatzen 00:02:00
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Wir haben Sie für Sie vier Wochen getestet

Ich hatte schon viele Diäten ausprobiert, bevor ich von der LOGI-Methode gehört habe. Von der Kohlsuppen-Diät über Trennkost bis hin zu Diätpulver, nur Salat essen oder sich nur von flüssigen Nahrungsmitteln zu ernähren - ich kenne die Diäten alle. Das Positive: Innerhalb von ein oder zwei Wochen habe ich immer zwischen drei und sieben Kilogramm an Gewicht verloren. Das Negative: Ich musste wirklich sehr viel verzichten, mir jeden Tag Motivation einreden und litt natürlich unter dem bekannten Jojo-Effekt.

Logi Methode
Auf dem Speiseplan bei der LOGI-Diät steht vor allem Gemüse, Salate, frische Früchte und viel Eiweiß. © kab-vision - Fotolia

Von Anika Ruhnau

Das sollte sich mit der LOGI-Methode ändern. Denn die LOGI-Methode stellt keine Diät dar, sondern eine Ernährungsumstellung nach dem Steinzeitmuster. Bei dieser Ernährungsform gehe es laut den Befürwortern eben nicht primär um Gewichtsverlust, sondern um eine Lebensweise, die der Natur des Menschen entspreche. Im Prinzip verbietet die LOGI-Methode alle Nahrungsmittel, die industriell hergestellt werden – im Fokus: kohlenhydratreiche Kost. Stattdessen steht das, was die Natur uns gibt, wie Obst, Gemüse, Nüsse und Fleisch auf dem Ernährungsplan. Diese dauerhafte Ernährungsform verspricht Gewichtsverlust ohne Jojo-Effekt. Außerdem soll die LOGI-Methode Blutfettwerte, Blutzucker- und den Insulinspiegel senken.

Und genau das habe ich vier lange Wochen getestet.

Hochmotiviert ging ich also am Wochenende, bevor ich mit der 'Diät' beginnen wollte, einkaufen. Auf meiner Einkaufsliste standen alle gesunden Lebensmittel: Paprika, Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Salat, Fleisch, Nüsse, Joghurt und Soja-Produkte. Anstelle meines morgendlichen Toasts mit Salami machte ich mir jeden Tag eine große Portion Gemüse zum Frühstück. Dafür musste ich natürlich morgens fleißig schnibbeln – eine Paprika, ein bis zwei Tomaten und ein Viertel einer Gurke standen auf dem Speiseplan. Zum Mittagessen gab es meistens Salat mit Joghurt-Dressing. Abends habe ich mir ab und zu den Bauch in der Dönerbude vollgeschlagen, allerdings habe ich auf Kohlenhydrate komplett verzichtet. Meistens habe ich mir daher Kalbsfleisch mit Salat und Tzaziki bestellt. Über den Tag verteilt gönnte ich mir zwei Zwischenmahlzeiten, die aus einer Mandarine, Banane oder einem Apfel bestanden. Auf meine täglichen Schokoriegel-zu-TV-Programm-Orgien musste ich leider verzichten. Deswegen habe ich mich mit Erdnüssen und Studentenfutter angefreundet, sie wurden meine abendlichen TV-Begleiter.

Genau am siebten Tag meiner 'Diät' hatte ich bereits 1,5 Kilo abgenommen und war motiviert. Von Heißhunger war keine Spur und es fiel mir wirklich leicht, meine Essgewohnheiten umzustellen. An dieser Stelle muss ich aber auch gestehen, dass ich mir ab dem dritten Tag eine Sünde täglich einräumte: ein trockenes Vollkornbrötchen oder eine Hand voll Vollkornnudeln. Ganz ohne Kohlenhydrate würde ich die LOGI-Methode nämlich nicht durchhalten. Deswegen habe ich die 'Diät' abgeändert und mir jeden Tag eine Portion gesunde Kohlenhydrate gegönnt.

Exakt nach zwei Wochen LOGI-Programm hatte ich ein weiteres Kilo runter und somit einen Gewichtsverlust von insgesamt 2,5 Kilogramm. Das war ein schöner Erfolg, denn ich habe nicht nur an der Waage gemerkt, dass ich abgenommen hatte – auch mein 'Muffintop', der fiese Speck, der an den Hüften über die Hose hängt, war kaum noch zu sehen. Ein Zeichen dafür, dass ich mit LOGI wirklich Fett abgenommen habe und nicht Wasser, ließ sich auch daran feststellen, dass mir endlich wieder Hosen passten, die ich seit einem Jahr nicht mehr über meinen Hintern bekam. Außerdem fühlte ich mich gut, hatte viel Energie und auch bessere Laune als sonst.

Dauerhafte Ernährungsumstellung oder doch nur "Diät"?

Da es aber nicht alle in meinem privaten Umfeld mit der Ernährung so genau nehmen, fing ich an, weniger nach LOGI zu essen, sondern nach meiner Laune und dem Appetit anderer. Plötzlich bestand mein Abendessen aus einem Dönerteller, schön mit leckeren Soßen, in Öl gebratenem Reis und Brot dazu – ein Genuss, den ich mir im Nachhinein lieber hätte sparen sollen, denn so ein Dönerteller hat schnell zwischen 1.000 und 1.500 Kalorien. Doch mein schlechtes Gewissen flüsterte nur ganz leise: "Lass das, das steht nicht auf deinem Ernährungsplan" war längst nicht so stark wie das Grinsen meines zufriedenen Magens. In der letzten Woche konnte ich mich nicht mehr richtig aufraffen, da ich wieder zugenommen hatte. Aus Trotz gab es also immer öfter fettreiche und kohlenhydratreiche Gerichte: Tortellini-Sahne-Auflauf und Chicken-Nuggets habe ich gegessen. Mein Ausgleich dazu war ein gesundes Frühstück oder Obst zwischen den Mahlzeiten. Auch wenn ich nicht jeden Tag in der letzten LOGI-Woche solche kalorienvolle Gerichte gegessen habe, habe ich insgesamt fast wieder 2 Kilo zugenommen.

Mein Fazit: Die LOGI-Methode ist zwar sehr empfehlenswert, weil sie ausschließlich natürliche und daher gesunde Lebensmittel einschließt, allerdings braucht man sehr viel Disziplin, um diese Ernährungsform einzuhalten. Denn überall lauern süße und fettreiche Speisen, am Bahnhof, in der Kantine, im Supermarkt. Bei all diesen Köstlichkeiten kann jemand wie ich, die mit Freude isst, nicht konsequent widerstehen. Auch wenn die LOGI-Methode eine sehr vielseitige Ernährung bietet, ist der alltägliche Aufwand – vom Einkaufen bis hin zum frischen Kochen – oft einfach zu groß, um sich tagtäglich an die guten Vorsätze zu halten.

Allerdings habe ich gelernt, mich allgemein gesünder zu ernähren und das tue ich auch seitdem. Obwohl ich wahrscheinlich niemals auf fettreiche und kalorienhaltige Kost komplett verzichten werde, habe ich meine täglichen Portionen an Kohlenhydraten deutlich reduziert. Anstatt dessen esse ich viel Obst und Gemüse. Ob es so mit dem Abnehmen klappt, weiß ich jetzt noch nicht, aber die Hauptsache ist, dass ich mich gesund und wohl fühle.

Meine Tipps, damit Sie es schaffen: Erlauben Sie sich selber jeden Tag eine Mahlzeit, in der gesunde Kohlenhydrate enthalten sind. Das können idealerweise Vollkornprodukte sein wie Brötchen, Nudeln oder Reis. Wenn Sie Heißhunger-Attacken bekommen, nehmen Sie sich im Vorfeld frisches Obst mit für eine Zwischenmahlzeit, zum Beispiel Bananen oder Mandarinen – diese schmecken süß und veringern den Appetit auf Schokolade und Co. Außerdem sollten Sie aufhören, Essen als eine Nebenbeschäftigung zu sehen. Wenn Sie eine Mahlzeit zu sich nehmen, essen Sie diese bewusst und kauen Sie mehrmals. Nehmen Sie sich Zeit, in Ruhe zu essen. Ganz wichtig ist außerdem, viel Wasser zu trinken, mindestens zwei Liter pro Tag. Wenn Sie sich an diese Tipps halten und selber überzeugt sind, gesünder leben zu wollen, ist die LOGI-Methode eine optimale Ernährungsform für Sie.

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