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Die Geburt einleiten – wieso und wann?

Bild: Die Geburt einleiten – wieso und wann?
Dieser Schritt ist manchmal nötig, wenn zum Beispiel das Kind einfach nicht das Licht der Welt erblicken will. © Getty Images/iStockphoto, RealCreation

Geburt einleiten: Alle Vor- und Nachteile

Nicht immer geht eine Geburt von alleine los – manchmal muss medizinisch eingeleitet, also künstlich ausgelöst werden. Gründe gibt es dafür verschiedene. Wir erklären Ihnen, wann Ärzte die Geburt einleiten, wie eine Einleitung durchgeführt wird und welche Vor- und Nachteile Sie dadurch haben.

Wann die Geburt einleiten?

Am häufigsten wird die Geburt künstlich eingeleitet, wenn die Mutter übertragen hat, also über die 40. Schwangerschaftswoche hinaus noch schwanger ist. Meistens wird die schwangere Frau während der 41. und 42. Schwangerschaftswoche vermehrt vom Arzt beobachtet.

Ab der Hälfte der 42. Schwangerschaftswoche beginnt dann häufig die Einleitung. Der Grund dafür ist, dass die meisten Ärzte zu diesem Zeitpunkt eine Verschlechterung der Plazenta erwarten. Dies kann beim Ungeborenen zu Kreislaufproblemen, Versorgungsmängeln oder Sauerstoffmangel führen.

Die Geburt einleiten wird der Arzt auch, wenn nach einem Blasensprung 24 Stunden lang keine Wehen einsetzen.

Diabetikerinnen werden oft bereits in der 39. Schwangerschaftswoche eingeleitet, da ihre Kinder meist größer und schwerer als andere sind.

Auch wenn die Mutter krank ist, eine Gestose (Schwangerschaftsvergiftung) hat oder es Mutter und Kind nicht gut geht, kann der Arzt entscheiden die Geburt künstlich einzuleiten.

Zudem kann die Vorgeschichte der schwangeren Frau dazu führen, dass nicht auf eine natürliche Geburt gewartet wird. Beispielsweise, weil sie bereits einmal kurz vor der Geburt ein Kind verloren hat oder andere Komplikationen in der Vergangenheit aufgetreten sind. Die Geburt einleiten kann hier sehr sinnvoll sein.

Die Geburt einleiten mit Medikamenten

Anfangs wird oft noch probiert die Wehen und die Geburt durch natürliche Mittel wie Aromatherapie, Sex oder warme Bäder auszulösen. Funktioniert das nicht oder muss die Geburt dringend eingeleitet werden, gibt es verschiedene Medikamente, die die Geburt einleiten können.

Bei der Eipolablösung löst er Arzt durch manuelle Einwirkung die Fruchtblase vom Gebärmutterhals. Durch diesen Vorgang werden Prostaglandine freigesetzt. Bei der Hälfte aller Schwangeren beginnt dadurch innerhalb von 48 Stunden die Geburt. Allerdings kann dieser Vorgang für die Frau sehr schmerzhaft sein.

Prostaglandine können aber auch als Medikament verabreicht werden: Es gibt Vaginalzäpfchen, -Tabletten oder -Gel und meist löst die Gabe schnell heftige Wehen aus. Viele Frauen sagen danach, dass die künstlich ausgelösten Wehen schmerzhafter sind als die einer natürlich verlaufenden Geburt.

Ebenfalls gängig ist die Gabe einer Infusion. Darin befindet sich in der Regel Syntocinon. Syntocinon ist eine synthetische Variante des Kuschel-, Wehen- und Stillhormons Oxytocin. Auch dieses Mittel ruft extreme Wehen hervor.

Video: Diese 5 Methoden können Wehen fördern

Diese 5 Methoden können Wehen fördern
Diese 5 Methoden können Wehen fördern Die Geburt steht kurz bevor! 00:01:26
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Die Vorteile der Geburtseinleitung

Kann eine natürliche Geburt nicht stattfinden ist es wichtig, das Kind so schnell wie möglich auf die Welt zu bringen – und das ohne einen Kaiserschnitt. Hier ist allein die Möglichkeit eine Geburt einleiten zu können ein großer Vorteil.

Ist die Geburt aufgrund von psychischen Faktoren der Mutter eingeleitet worden, verläuft sie meist für die Frau besser, da sie emotional in einer besseren Verfassung ist.

Ebenfalls ein Vorteil ist, dass viele Kinder nach der 41. Schwangerschaftswoche schon erste Anzeichen dafür bekommen, dass sie zu lange im Mutterleib sind: ihre Haut wird zum Beispiel runzelig. Manche Kinder scheiden dann auch im Mutterleib das sogenannte Kindspech aus, was zu Keimen und Erkrankungen führen kann. Bei Kindspech handelt es sich um den ersten Stuhlgang des Babys.

Die Geburt einleiten: Nachteile

Leider hat das Einleiten der Geburt nicht nur Vorteile, sondern auch Risiken, die sich die werdende Mutter bewusstmachen sollte.

Prostaglandin beispielsweise kann zu einer Hyperstimulation führen. Dadurch bekommt das Baby während der Geburt extremen Stress – dies führt wiederum häufig zu einem Notkaiserschnitt. Die Geburt einleiten bedeutet ein rund 20 Prozent höheres Risiko einen Notkaiserschnitt zu bekommen.

Leider ist eine eingeleitete Geburt auch oft schmerzhafter als eine normal verlaufende. Der Grund: Die Wehentätigkeit ist nach dem künstlichen Oxytocin häufig um einiges extremer als beim körpereigenen Hormon. Zeitgleich werden aber keine natürlichen Endorphine ausgeschüttet – die Geburt ist für die Frau deshalb oft schmerzhafter. Aus diesem Grund bekommen die meisten Frauen bei einer Einleitung auch gleich noch eine PDA dazu.

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