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Die fünf skurrilsten Silvester-Gesetze

Auch an Silvester müssen Sie sich an bestimmte Regeln halten

An Silvester ticken die Uhren bekanntlich etwas anders. Wie anders allerdings haben Sie bis jetzt sicher noch nicht gewusst. In der Nacht der Nächte haben Sie nämlich zum Teil ganz andere Rechte, als an den übrigen 364 Tagen im Jahr. Das sind die fünf skurrilsten Silvester-Gesetze.

Die fünf skurrilsten Silvester-Gesetze
Auch an Silvester gilt es Regeln einzuhalten © Artem Furman - Fotolia, Photographer: Artem Furman

Platz fünf:

Der Nachbar ist ein echter Partyhengst? Feiert nächtelang viel zu laute Partys, die Sie und Ihre Lieben nicht schlafen lassen? Tja, wer es so einem Typ mal heimzahlen will - für den hat am 1.1. die Stunde geschlagen: Einfach abwarten, bis er anfängt die Straße von Böller-Resten zu befreien und dann - Zack - die Polizei rufen. Die Feiertagsschutzverordnung verbietet an Feiertagen nämlich öffentlich bemerkbare Arbeiten vor dem Haus. "Die soll die Arbeitnehmer davor schützen, an Feiertagen auch noch arbeiten zu müssen. Gewisse Dinge sind davon ausgenommen: öffentlicher Personennahverkehr, Kraftwerker - da muss ja gearbeitet werden“, weiß Rechtsanwalt Christopher Posch. Bei einer Anzeige drohen dann bis zu 20 Euro.

Platz vier:

Wer nach den Feiertagen so müde ist, dass er im Büro ein Nickerchen macht, dabei vom Bürostuhl kippt und sich verletzt, kann die Sache nicht als betrieblichen Unfall geltend machen. Denn dazu gibt es ein Urteil und die Nummer mit der Müdigkeit zieht nur, wenn man sie sich durch die Arbeit selbst eingefangen hat. "Wenn ich den Beweis erbringen kann, dass mein Mitarbeiter die ganze Nacht durchgefeiert hat und deswegen ohne Schlaf zur Arbeit gekommen ist, kommt meine Unfallversicherung nicht dafür auf." Also besser gut ausschlafen, bevor es wieder zurück an die Arbeit geht.

Platz drei:

Eigentlich wissen es ja alle: Nach 22 Uhr hat in Deutschland Ruhe zu herrschen, sonst kommt die Polizei. Skurril wird es, wenn Böller und Raketen am 31. Dezember erlaubt sind - man aber mit dem Garagen-Tor beim Heimkommen vorsichtig sein muss. Hierzu gibt es nämlich ebenfalls ein Urteil des Landesgerichts Hamburg: "Hier ging es um ein sehr lautes, quietschendes Garagentor und insbesondere zur Nachtruhe habe ich Ansprüche, dass es leise ist." Da macht es vielleicht doch Sinn, mit dem Taxi von der Silvester-Party heim zu fahren.

Platz zwei:

Kater und Kopfschmerzen sind keine Ausrede für den ausbleibenden Happy-New-Year-Sex: Mann und Frau müssen also auf jeden Fall ran. Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs darf ein Ehepartner keinen Widerwillen - oder noch schlimmer - Gleichgültigkeit beim Sex zeigen. Das gilt auch, wenn die Stimmung dank Kater im Keller ist. "Das ist eine Rechtsprechung aus einer Zeit, da war ich noch nicht auf der Welt. Da hatten die Menschen auch andere Moral- und Wertevorstellungen“, so Posch.

Platz eins:

§118 des OWiG verbietet das Werfen von kleinen Gegenständen bei Veranstaltungen - das gilt natürlich auch an Silvester. Aber heißt das jetzt, dass man fürs Kracherwerfen verklagt werden kann? "Wenn man das so macht, wie es vorgeschrieben ist, dann eher nicht. Aber wenn man diese Gegenstände auf andere wirft und andere damit gefährdet, dann hat das selbstverständlich zur Folge, dass man Sie auf dem Zivilrechtsweg verklagen kann, wenn ein Schaden eingetreten ist. Es kann aber auch sein, dass wenn Körperverletzungen daraus resultieren, dass dann die Staatsanwaltschaft jemanden anklagt." Wer verantwortungslos böllert wird bestraft. Friedlich und gewissenhaft knallen aber natürlich nicht. Da steht der Party des Jahres doch nichts mehr im Wege.

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