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Dicke Väter, dicke Kinder: Gewicht des Vaters beeinflusst Gewicht des Kindes

Dicke Väter, dicke Kinder: Gewicht des Vaters beeinflusst Gewicht des Kindes
Eine dänische Studie belegt: Das Gewicht des Vaters beeinflusst das Gewicht und die Gesundheit des Kindes. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler im Magazin ‚Cell Metabolism‘ veröffentlicht.

Übergewicht beeinflusst epigenetischen Code

Dass sich die Schwangerschaft der Frau auf das Gewicht des künftigen Vaters auswirkt, ist bekannt: Viele Männer nehmen zu, wenn ihre Partnerin schwanger ist. In dem Fall spricht man von Co-Schwangerschaft. Nun kommt eine dänische Studie zu dem Ergebnis: Das Gewicht und Essverhalten des Vaters vor der Zeugung wiederum beeinflusst die Gesundheit des Kindes. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler nun im Magazin ‚Cell Metabolism‘ veröffentlicht.

Für ihre Studie untersuchten die Forscher der Universität Kopenhagen das Sperma von 13 normalgewichtigen Männern (durchschnittlicher BMI von 22,9) mit dem von zehn stark übergewichtigen beziehungsweise fettleibigen Männern (durchschnittlicher BMI von 31,8). Dabei stellten Sie Unterschiede im epigenetischen Code fest.

Unter dem epigenetischen Code versteht man die Beeinflussung der Gen-Aktivität durch äußere Einflüsse oder unser Verhalten. Man kann auch vom Gedächtnis der Gene sprechen: Bestimmte Informationen werden in den Genen als Erinnerung gespeichert. So können auch Unter- oder Übergewicht dazu führen, dass bestimmte Genabschnitte, die beispielsweise für die Appetitregulation verantwortlich sind, blockiert oder aber aktiv sind. Und dies wird vom Vater an die nächste Generation vererbt.

Gewicht des Vaters bei Zeugung beeinflusst Gewicht des Kindes

Demnach haben Kinder von übergewichtigen Vätern ein größeres Risiko für Übergewicht als Kinder normalgewichtiger Väter. Aber nicht nur das: Auch das Risiko, an einer Stoffwechselstörung wie Diabetes zu erkranken, steigt mit erhöhtem Gewicht des Vaters. Bestimmt Gene werden also in Abhängigkeit vom Lebensstil wie der Ernährungsweise an- oder ausgeschaltet – beim Vater wie beim Kind.

Doch die Forscher der Universität Kopenhagen kommen noch zu einem weiteren Ergebnis: In einem zweiten Teil der Studie untersuchten Sie sechs stark übergewichtige Männer, die sich einer Magenverkleinerung unterzogen hatten. Der Vergleich verschiedener Spermaproben vor, eine Woche sowie ein Jahr nach der Magenoperation zeigte: Der Unterschied zwischen dem epigenetischen Code der ersten und dritten Probe war gravierend. Bei der Zeugung vor der Operation hätten die Männer einem Kind folglich andere Erbinformationen mit auf den Weg gegeben als ein Jahr nach der Operation. Das beweist: Einmal blockierte Gene können durch Änderung der äußeren Bedingungen auch wieder aktiv werden – und umgekehrt.

Ist Nachwuchs geplant, sollten Männer folglich Normalgewicht anstreben. Denn nicht nur das, was die Mutter während der Schwangerschaft isst, beeinflusst das Kind. Der Studie zufolge hat auch der Vater maßgeblichen Einfluss auf das Gewicht und die Gesundheit des Kindes. Die Forscher wollen dieses Ergebnis allerdings noch durch weitere Studien bestätigen.

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