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Diagnose 'Depression' durch einen Bluttest?

Eine Depression soll an der Anzahl von Blutmarkern abzulesen sein

Depression – Betroffene leiden darunter, fühlen sich wie gelähmt und einsam. Meistens wissen sie selbst nicht genau, ob sie wirklich depressiv sind und können sich nicht richtig mitteilen. Bringt ein einfacher Bluttest nun Licht ins Dunkle? Amerikanischen Forschern zufolge soll das möglich sein.

Eine Depression soll anhand von sogenannten Blutmarkern, also kleinen Abschnitten in unseren Genen, abzulesen sein. Je nachdem, ob man an einer Depression leidet oder nicht, soll die Anzahl der Blutmarker variieren. Laut der Professorin Eva Redei ist das ein riesiger Fortschritt: „Das ist ein wichtiger Durchbruch. Denn nicht jeder Patient kann seine Symptome im Gespräch mit dem Arzt eindeutig beschreiben und so bleiben bisher viele Depressionen unerkannt – und unbehandelt.“

Die Forschungen wurden bislang an 32 Depressiven erprobt, deren Blutwerte sich im Laufe einer erfolgreichen Therapie deutlich verändert haben. Sind das genügend Probanden, um eine aussagekräftige Schlussfolgerung aus der Forschung zu ziehen? Das kritisieren deutsche Forscher, auch wenn sie es begrüßen würden, die Diagnose ‚Depression‘ auf diese Weise absichern zu können.

Für die Erkrankten wäre es eine Erleichterung, weiß Prof. Hegerl von der ‚Stiftung Deutsche Depressionshilfe‘: „Es ist wichtig für die Betroffenen selber, dokumentieren zu können, dass sie sich nicht nur gehen lassen, sondern schwer an einer Depression erkrankt sind.“

Bleibt zu hoffen, dass die Forschungsergebnisse bestätigt werden können und Betroffenen mit einem kleinen Piekser geholfen werden kann.

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