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Diagnose Alzheimer: Tipps für Angehörige

Alzheimer: So gehen Sie richtig mit Betroffenen um
Die Diagnose Alzheimer stellt auch Angehörige der Betroffenen vor viele Herausforderungen und Schwierigkeiten. © picture alliance / ZB, Arno Burgi

Der Umgang Alzheimer-Patienten: Früh mit der Vorsorge beginnen

Die Diagnose Alzheimer hat nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Angehörigen weitreichende Folgen. Viele fragen sich: Was muss ich nun tun? Der Umgang Alzheimer-Patienten macht unsicher. Wie also gehe ich richtig mit dem Betroffenen um? Und welche Vorkehrungen sind langfristig zu treffen?

Sobald die Krankheit Alzheimer diagnostiziert ist, sollten Sie so früh wie möglich Hörvermögen und Sehkraft des Patienten überprüfen lassen. Auch ein Besuch beim Zahnarzt ist ratsam. Im weiteren Verlauf der Krankheit kann sich der Betroffene ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr zu Seh- oder Hörproblemen äußern und sich auch nicht mehr an die Anweisungen von Ärzten halten.

Klären Sie außerdem die Vermögensverhältnisse und kümmern Sie sich um ein Testament, solange die Krankheit noch nicht so weit fortgeschritten ist. Um Entscheidungen für den Kranken treffen zu können, wenn er selbst dazu nicht mehr in der Lage ist, brauchen Sie eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung.

Betroffene bekommen am Anfang der Krankheit häufig noch mit, wenn und dass Sie etwas vergessen haben. Werden Sie darauf angesprochen, reagieren Sie oft aggressiv, aber auch verunsichert. Viele Betroffene fühlen sich der Krankheit hilflos ausgeliefert. Sanfte Berührungen und Zuspruch können beruhigend wirken. Gerade Berührungen schaffen eine größere Nähe und beruhigen mehr als jedes Gespräch.

Integrieren Sie so viele Gedächtnisstützen wie möglich in den Alltag des Patienten

Mit Hilfe eines Foto-Albums können Sie eine Erinnerungsstütze für Alzheimer-Patienten bauen. Kleben Sie Fotos von dem Kranken nahestehenden Menschen oder schönen Familienurlauben ein und schreiben Sie jeweils ein bis zwei Sätze dazu.

Versuchen Sie, demenzkranken Menschen wenige offene und stattdessen mehr Ja-Nein-Fragen zu stellen. Statt "was möchtest Du essen?" sollten Sie sagen "Heute gibt es Nudelauflauf als Mittagessen. Ist das gut?". In der Regel teilen die Betroffenen mit, wenn sie etwas nicht möchten.

Wenn Sie beispielsweise eine Brille im Kühlschrank oder den Schlüssel im Kleiderschrank finden, räumen Sie beides an den richtigen Platz zurück. Es nützt nichts, den Kranken darauf aufmerksam zu machen. Versuchen Sie, nachsichtig und geduldig zu sein.

Das Langzeitgedächtnis ist von der Demenz weniger stark betroffen als das Kurzzeitgedächtnis. Deshalb können sich viele Alzheimer-Patienten auch nach Jahren noch an Gedichte oder Liedtexte aus der Schulzeit erinnern, aber nicht mehr daran, was sie einige Stunden zuvor gemacht oder gegessen haben. Das sollten pflegende Angehörige oder Freunde bei Unterhaltungen berücksichtigen. Außerdem sollten sie dazu übergehen, das Gesagte mit Gesten zu untermalen bzw. mehr mit den Händen zu sprechen. Sehen gehört zu den Fähigkeiten, die bei Alzheimer-Patienten am längsten unbeeinträchtigt bleibt.

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