Tattoo-Entfernung: Vieles bleibt für immer

10.08.12 12:56
Tattoo-Entfernung
Bildquelle: deutsche presse agentur
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Schneiden, schleifen, lasern - nicht immer hilft's

Seit sich in den letzten Jahren immer mehr Spitzensportler und Stars als Vorbilder mit ihnen zieren, sind Tätowierungen immer mehr im Trend. Was häufig in jugendlichem Leichtsinn als 'Arschgeweih' am unteren Rücken oder Totenkopf auf dem Oberarm landet, entwickelt sich Jahre später zum verhassten Schandfleck auf dem eigenen Körper. Dann reift der Wunsch, das Tattoo wieder zu entfernen. Das ist zwar in einigen Fällen möglich, nicht jedoch in allen. Meist ist das mit erheblichen Problemen verbunden.

Grundsätzlich gibt es drei Methoden, um eine Tätowierung wieder zu entfernen, erklärt Professor Dr. med. Rolf-Markus Szeimies, Chefarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum Vest in Recklinghausen. Demnach ist eine Entfernung durch eine chirurgische Ausschneidung der kompletten Haut-Stelle, einem Abschleifen der Haut bis in die Höhe des eingebrachten Tattoo-Pigments, oder einer Laserbehandlung möglich. Beim Lasern werden hochenergetische Lichtstrahlen in die Haut geschossen. Die Strahlen werden von der jeweiligen Farbe absorbiert. Die Energie wird dabei in Hitze umgewandelt und dadurch werden die Farbstoff-Pigmente zerstört. Allerdings sind in der Regel mehrere Behandlungen nötig.

Die Verfahren bringen eine Reihe von Problemen mit sich. Für den Behandlungserfolg ist die Beschaffenheit des Tattoos selbst mit ausschlaggebend, so Professor Szeimies: "Insbesondere selbst beigefügte Tattoos sind ein Problem, weil hier häufig der Farbstoff tief in die Lederhaut eingebracht wird", sagt der Experte. Dadurch muss bei einer Abschleifung sehr tief geschliffen werden. Das kann, ebenso wie bei der Ausschneidung, Narben zurücklassen. Diese können genauso störend sein könnten, wie das entfernte Tattoo. Die Narben können danach die Form des Tattoos wiedergeben, die eigentlich entfernt werden sollte.

Es wird alles genutzt, was schön bunt ist

Auch die Laserbehandlung ist kein Wundermittel: "Beispielsweise für helle Farben, wie weiß oder gelb, gibtes keinen geeigneten Laser, der diese Wellenlängen zur Behandlung aufweist", weiß der Fachmann. Farbige Tattoos sind demnach unter Umständen mit einem Laser nicht komplett entfernbar. Im Gegensatz zu den Laientätowierungen können bei der Laserbehandlung die Arbeiten der Profis eher zum Problem werden. Die Tattoo-Künstler bringen oftmals eine höhere Farbkonzentration in einer schmaleren Schicht ein, die dann mit dem Laser schwerer zu entfernen ist.

Auch die Farbe selbst kann ein Risiko darstellen, da oft gesundheitsschädliche Stoffe verwendet werden. "Bislang gibt es erst sehr wenige, zertifizierte Farbstoffe zur Tätowierung. Von Autolacken bis Kopiertonern wird so ziemlich alles verwendet, was schön bunt ist", so Professor Szeimies. Bei der Laserbehandlung können aus den Farben giftige Abbauprodukte entstehen. "Die Menge mag nicht viel sein, aber manchmal reicht da auch ein kleiner Anstoß aus, um eine Entartung und somit Krebsentstehung in Gang zu setzen", erklärt der Mediziner.

Daneben gibt es einige Stellen, an denen die Entfernung nicht mehr möglich ist. Das sollten Sie auf jeden Fall bedenken, wenn Sie mit dem Gedanken an ein wirklich extremes Tattoo spielen. Hier ist zum Beispiel die Tätowierung der Augäpfel zu nennen. "Das ist so ziemlich endgültig", sagt Professor Szeimies. Eine Entfernung trägt ein hohes Risiko der dauerhaften Netzhautschädigung und damit einer Erblindung mit sich.

Ist die Tätowierung nicht mehr entfernbar, bleibt noch die Möglichkeit, sie mit einem neuen Motiv zu überstechen. Dieses Verfahren nennt man 'Cover-Up'. Aber auch hier sind Grenzen gesetzt. Ist das betreffende Tattoo sehr kräftig und vor allem sehr dunkel, ist es oft nach dem Überstechen noch zu sehen. Wird ein noch kräftigeres Tattoo daraus, bleibt am Ende möglicherweise nur noch ein dunkler Fleck. Der ist mit Sicherheit nicht schöner, als das ungeliebte Kunstwerk.

Wenn Sie eine Tätowierung wollen, dann machen Sie sich also zuerst intensiv Gedanken über das Motiv. Wer länger darüber nachdenkt, und sich dann sicher ist, was er möchte, hat auch länger Freude daran. Eine Entfernung ist zwar in vielen Fällen möglich, nicht aber in allen - und auch nahezu nie problemlos. Lassen Sie das Tattoo bei einem Fachmann stechen und versichern Sie sich, dass dieser gesundheitlich unbedenkliche Farben nutzt. Achten Sie bei Tattoos lieber nicht auf das Geld. Kunst hat ihren Wert und sparen geht im Zweifelsfall auf Kosten der Gesundheit. Eigentlich soll ein Tattoo ja etwas fürs Leben sein.

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