Osteoporose: Alles über Knochenschwund

Osteoporose: Alles über Knochenschwund

In Deutschland leiden ungefähr acht Millionen Menschen an Osteoporose. Hauptsächlich sind Frauen betoffen.
Bildquelle: Stefan Redel - Fotolia

Diagnose Osteoporose

"Meine Mutter wurde im Laufe der Jahre immer krummer und hatte ständig schlimme Rückenschmerzen", erinnert sich Sofia. "Sie ist kein wehleidiger Typ, hat es mal auf zu viel Gartenarbeit, mal auf zu schwere Einkäufe geschoben. Gegen die Schmerzen hat sie sich in der Apotheke Salben oder Schmerztabletten besorgt". Aber irgendwann war dann doch Schluss und Sofias Mutter ging zum Arzt. Der Orthopäde stellte fest, dass bereits Rückenwirbel an- und eingebrochen waren. Verdacht auf Osteoporose, zu Deutsch: Knochenschwund. Die Messung der Knochendichte bestätigte den Befund.

Von Daniele Erdorf

"In Deutschland sind schätzungsweise acht Millionen Menschen von dieser Erkrankung betroffen", erläutert Prof. Dr. Karsten E. Dreinhöfer, Vizepräsident des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Chefarzt der Orthopädischen Abteilung der Klinik Medical Park Berlin Humboldtmühle. "Damit", so Dreinhöfer, "liegt die Bundesrepublik im europäischen Mittelfeld der Osteoporose-Erkrankungen". Frauen sind überwiegend betroffen, aber auch jeder fünfte Mann über 60 Jahre hat Knochenschwund.  

Und die Zahl der Patienten steigt. "Gründe dafür", erklärt der Knochen-Spezialist mit einer Professur für muskuloskelettale Rehabilitation und Prävention an der Charité in Berlin, "sind steigende Lebenserwartung und Gewohnheiten, die nicht förderlich für die Knochengesundheit sind. Vor allem unausgewogene Ernährung und mangelnde Bewegung machen dem Skelett zu schaffen". Weitere Risikofaktoren sind erbliche Veranlagung, internistische und Stoffwechselerkrankungen, Magersucht oder Bulimie. Aber auch langandauernde Einnahme von Medikamenten wie Kortison oder Antihormon-Präparaten kann zu Knochenschwund führen. Dr. Gerd Rauch, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in Kassel sowie hessischer Landesvorsitzender des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie: „Patienten, die beispielsweise wegen Asthma oder Rheuma dauernd Kortison einnehmen, sollten unbedingt mit Ihrem Arzt über eine Knochendichtemessung sprechen. Nur so kann festgestellt werden, ob die Medikamente bereits zu Knochenschwund geführt haben. Bei der Messung der Knochendichte gelten für diese Patienten übrigens niedrigere Grenzwerte.“

Hohes Osteoporose-Riskio für Frauen ab 50

Etwa 30 Prozent aller Frauen erleiden eine Wirbelfraktur, die durch Osteoporose bedingt ist. Karsten Dreinhöfer: "Frauen, die in den Wechseljahren oder schon in der anschließenden Menopause sind, erkranken besonders häufig. Die Veränderung des Hormonhaushaltes führt zu einem natürlichen Östrogenmangel. Dieser wiederum beeinflusst den Knochenstoffwechsel und es kann zum Substanzverlust kommen." Bei der Osteoporose, deren Vorstufe Osteopenie heißt, wird entweder zu wenig Knochen auf- oder zu viel Knochen abgebaut. "Die Masse nimmt ab und die Knochen im gesamten Skelett werden weniger belastbar", so Dreinhöfer. Je nach Ausprägung der Erkrankung stellen sich die Folgen unterschiedlich dar: Abnahme der Körpergröße um mehr als vier Zentimeter, häufige Knochenbrüche, die Fehlstatik des Skeletts führt zu chronischen Schmerzen, Bildung eines Buckels oder eines vorgewölbten Bauches durch Verkrümmung der Wirbelsäule.  

Die Osteoporose entwickelt sich schleichend. "Symptome treten meist erst zu Tage, wenn der Knochenschwund schon fortgeschritten ist", erklärt Gerd Rauch, der auch als DVO-zertifizierter Osteologe (Spezialist für Knochenerkrankungen, DVO = Dachverband Osteologie) arbeitet. "Wer zur Risikogruppe gehört, sollte gegebenenfalls im Abstand von zwei Jahren die Knochendichte überprüfen lassen." Diese Untersuchung ist völlig schmerzfrei und wird mit einem speziellen, strahlenarmen Röntgenverfahren vorgenommen. Wird Knochenschwund diagnostiziert, kann er mit verschiedenen Medikamenten therapiert werden. "Wichtig", so Rauch, "ist, dass Menschen mit Beschwerden, die auf Osteoporose hindeuten, so früh wie möglich den Arzt aufsuchen. Nur so lassen sich Befunde sichern und größere Schäden durch die richtige Behandlung verhindern." Denn: je nach Schwere der Erkrankung sind nicht nur die körperlichen Beeinträchtigungen immens. Rauch: "Die Patienten fürchten sich vor Stürzen und Brüchen. Sie vermeiden es, sich normal zu bewegen. In schweren Fällen wollen sie selbst alltägliche Aufgaben nicht mehr wahrnehmen. Hinzu kommt die Angst, schon früh abhängig von anderen oder gar zum Pflegefall zu werden. Die Veränderungen der Körperhaltung und damit der Figur und des Aussehens sind für viele Patienten besonders schlimm und schlagen gerade Frauen auf die Psyche."

Sofia erinnert sich noch gut an den Tag als Ihre Mutter vor fünf Jahren den Befund Osteoporose bekam. "Ich habe mich furchtbar erschrocken und Angst gekriegt, dass mir das auch bevorsteht. Doch der Arzt hat mich beruhigt und mir erklärt, dass ich selbst dann vorbeugen und etwas dagegen tun kann, wenn ich eine Veranlagung zur Osteoporose habe."

Weiterlesen: So können Sie Osteoporose vorbeugen

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