Hysterektomie: Ausweg Gebärmutterentfernung

Hysterektomie: Ausweg Gebärmutterentfernung

Eine Hysterektomie ist oft der letzte Ausweg. Vor einer Gebärmutterentfernung steht meist ein langer Leidensweg.
Bildquelle: Fotolia

Angst vor einer Gebärmutterentfernung

"Totaloperation", ich kann mich gut an früher erinnern, als dieses Wort hinter vorgehaltener Hand und mit bestürzter Miene getuschelt wurde. Ein Thema, über das damals nur Frauen im Alter meiner Oma sprachen. "Total" und "Operation", das klang final, das klang schrecklich, das klang nach Tabu. Damals, das war Ende der 70er und ich noch ein Teenie. Doch auch heute treibt der Begriff "Gebärmutterentfernung" - in der Fachsprache Hysterektomie oder Uterusexstirpation genannt - selbst erwachsenen Frauen den Angstschweiß auf die Stirn. Denn: Wer von uns mag sich schon von einem Organ trennen? Geschweige denn von einem, in dem die eigenen Kinder herangewachsen sind - oder heranwachsen könnten ... 

Von Daniele Erdorf

Was also steckt hinter diesen Vokabeln? Ist eine Totaloperation das Gleiche wie eine Gebärmutterentfernung? Wann ist dieser Eingriff überhaupt notwendig? Setzen mit einem Schlag die Wechseljahre ein? Was macht das mit der Psyche? Und: was ist mit dem Sex danach? Ich habe diese und andere Fragen Professor Dr. Klaus Joachim Neis gestellt und mir von der 46-jährigen Management-Assistentin Anneke berichten lassen, wie ihre Erfahrungen mit der Gebärmutterentfernung waren. Klaus Joachim Neis arbeitet im Saarbrücker Zentrum für Gynäkologie, Onkologie und Geburtshilfe 'Frauenärzte am Staden'. Er ist federführender Koordinator der Leitlinie zur Gebärmutterentfernung im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. 

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Eine Hysterektomie ist meist die letzte Wahl

Durchschnittlich werden in Deutschland zwischen 100.000 und 150.000 Hysterektomien jährlich vorgenommen. "Die Gebärmutterentfernung", so Prof. Dr. Klaus Joachim Neis, "ist die fünfthäufigste Operation bei Frauen überhaupt". Die überwiegende Zahl der Patientinnen ist zum Zeitpunkt des Eingriffs 40 Jahre oder älter. Etwa 90 Prozent der Hysterektomien wird bei gutartigen Beschwerden, beispielsweise Myome, Menstruationsstörungen, die sich nicht hormonell behandeln lassen, chronischen Schmerzen oder lang andauernden, starken Blutungen vorgenommen. Klaus Joachim Neis: "Auch gutartige Veränderungen der Gebärmutter können einen hohen Leidensdruck mit sich bringen und den Eingriff erforderlich machen". "Allerdings", so der Gynäkologe weiter, "haben wir heute für viele Erkrankungen Behandlungsalternativen. Dann ist die Hysterektomie meist die letzte Wahl".

So wird in vielen Fällen zunächst eine Hormontherapie versucht. Diese kann durch Einnahme von Tabletten oder durch lokale Gaben, beispielsweise mit einer Spirale erfolgen, die Gelbkörperhormone direkt in die Gebärmutterschleimhaut abgibt. Bei gewissen Formen von Blutungsstörungen kann die Gebärmutterschleimhaut mit der so genannten Endometriumablation abgetragen werden. Frauen sollten sich gründlich von ihrem Gynäkologen beraten lassen, ob diese Behandlungsform in ihrem Fall erfolgversprechend ist. Myome lassen sich häufig isoliert operieren, ohne gleich den gesamten Uterus heraus zu nehmen. Neis: "Wichtig ist zu wissen, dass Frauen, bei denen Myome diagnostiziert wurden, nicht unbedingt eine Hysterektomie bevorsteht. Der Uterus myomatosus ohne Beschwerden ist kein Grund für die Entfernung einer Gebärmutter. Da diese Muskelgeschwulste gutartig sind, können sie zusammen mit dem Uterus im Körper verbleiben."

Weiterlesen: Gründe für eine Gebärmutterentfernung

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