Die Behandlung von Allergien
Die Therapie von Allergien fällt - je nach Art und Schwere – unterschiedlich aus. Der wichtigste Punkt ist jedoch, den auslösenden Stoff zu meiden. Ist die Allergen-Vermeidung nicht möglich, beispielsweise in der Pollensaison, gibt es verschiedene Behandlungsansätze.
Medikamente
Arzneien, die die Wirkung des Botenstoffs Histamin unterbinden – so genannte Antihistaminika - dämpfen oder unterdrücken die allergische Reaktion. Kortison-Präparate stoppen Entzündungsprozesse im Körper. Diese Medikamente kommen vor allem als Stoßtherapie bei akuten Beschwerden zum Einsatz. Es gibt allerdings auch Allergiker, die sich auf eine dauerhafte Einnahme einstellen müssen. Medikamente die Kortison enthalten, sind in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt und verbessert worden. Die Nebenwirkungen konnten deutlich reduziert werden.
Immun-Therapie
Mit der Immun-Therapie versucht man nicht nur die Beschwerden zu lindern, sondern die Ursachen anzugehen. Bei der Hyposensibilisierung, manchmal auch als Allergie-Impfung bezeichnet, werden niedrige Dosen des Allergens verabreicht, um dass Immunsystem so an den Reiz auslösenden Stoff zu gewöhnen. Ihm wird die Überempfindlichkeit quasi abtrainiert. Die Therapie kann oral, also durch Einnahme der Substanz oder per Injektion unter die Haut erfolgen. Sie muss in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden und kann zwei bis vier Jahre dauern. "Ein Erfolg", so Allergologe Mülleneisen "ist nicht garantiert, aber wahrscheinlich. Es konnte schon vielen Patienten mit der Hyposensibilisierung geholfen werden." Nachteil der Hyposensibilisierung: Sie kommt bisher nur bei Atemwegs- und Insektengiftallergien zum Einsatz. Bei Schimmelpilzallergien ist eine Hyposensibilisierung noch nicht möglich. An Impfstoffen gegen Nahrungsmittel- und Hautallergien wird derzeit geforscht.
Klimatherapie
Der Ortswechsel ans Meer oder in die Berge bringt vielen Allergikern Erleichterung. Wer in der Hochphase der Blühsaison der Pollenexplosion ausweicht, erzielt schon durch die Meidung der Allergene einen Effekt. Neurodermitikern hilft darüber hinaus die hohe UV-Strahlung.
Phytotherapie
Als hilfreich hat sich bei Pollenallergikern auch die Phytotherapie herausgestellt. Studien haben belegt, dass Extrakte der Pestwurzpflanze ebenso helfen können, wie Antihistaminika. Die Liste natürlicher Pflanzenwirkstoffe, die Atemwegsbeschwerden lindern können ist lang. In der Dermatologie lässt sich kaum eine klare Trennlinie zwischen phytotherapeutischen und anderen Präparaten ziehen, da viele Medikamente und Salben Pflanzenwirkstoffe enthalten.
Homöopathie
Der Grundgedanke der Homöopathie ist "Ähnliches durch Ähnliches heilen". Krankheitssymptome auslösende Stoffe werden stark verdünnt und nach einer Schüttelprozedur meist verarbeitet als Kügelchen - so genannte Globuli - eingenommen. Die Wirksamkeit bei Allergien ist zwar nicht hundertprozentig wissenschaftlich erwiesen, doch ein Pflanzenpräparat scheint Pollenallergikern zu helfen. Susanne Effner, Allgemeinmedizinerin und Homöopathin aus Köln: "Das Gewächs heißt Galphimia Glauca und kommt aus dem brasilianischen Regenwald. Dort wird es schon lange traditionell bei Atemwegsproblemen eingesetzt." Die Ärztin rät allerdings auf schulmedizinische Therapien umzusteigen, falls das Mittel nicht nach 14 Tagen anschlägt.
Entspannungs-Therapien und Psychotherapie
Stress oder seelische Probleme können Allergien beeinflussen und verstärken. Umgekehrt beeinträchtigt die Allergie auch das psychische Wohlbefinden. "Ich habe schon Patienten erlebt, die wegen Juckreiz oder nässender, entzündeter Haut nicht mehr schlafen konnten und völlig nervös und aufgelöst zu mir in die Praxis kamen", schildert die Allergie-Expertin und Dermatologin Marianne Winterscheid krasse Fälle. Hier setzen neben anderen Behandlungen auch Entspannungstherapien wie Autogenes Training, Muskelentspannungstraining (progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen) oder Yoga an. Pollenallergikern und Asthmatikern hilft die Atemtherapie. Je nach dem, wie schlimm seelische Probleme sind, empfehlen Ärzte auch eine begleitende Psychotherapie.
TCM
Die traditionelle Chinesische Medizin - kurz TCM, setzt Akupunktur bei Heuschnupfen und Asthma ein. Die Wirksamkeit ist bisher wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt.
Eigenblut-Therapie
Auch die Wirksamkeit der Eigenblut-Therapie ist nicht eindeutig belegt. Mediziner vermuten häufig einen Placebo-Effekt, bei dem nicht in erster Linie die Therapie selbst, sondern der Glaube daran hilft. Es gibt verschiedene Verfahren der Eigenblutbehandlung, denen gemeinsam ist, dass den Patienten eine bestimmte Menge Blut entnommen und anschließend wieder gespritzt oder durch Infusion in den Körper zurück geführt wird. Je nach Methode wird das Blut vor der Rückinjektion – beispielsweise mit Ameisensäure – behandelt. Allergologe Norbert Mülleneisen: "Das Prinzip funktioniert - ähnlich wie bei einem blauen Fleck - über die Bildung von körpereigenem Kortison. Wenn überhaupt ein spürbarer Effekt eintritt, hält der aber maximal zwei bis drei Tage an."
Von Daniele Erdorf
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